SaaS, IaaS, PaaS und mehr

Was ist Cloud Computing?

20.09.2017
Von  und
Eric Knorr ist Editor in Chief bei IDG Enterprise


Simon Lohmann ist Volontär bei der IDG Business Media GmbH. Im September 2017 beendete er sein Studium „Medienkommunikation & Journalismus“ an der FHM in Hannover, seit 2015 ist er freier Journalist bei der Macwelt.

Verschiedene Cloud-Services-Typen

Die Palette der angebotenen Cloud-Computing-Dienste ist riesig, wobei die meisten sich einer der folgenden Kategorien zuordnen lassen.

SaaS (Software as a Service)

Dieser Typ des Public Cloud Computing stellt Anwendungen über einen Browser bereit. Die beliebtesten SaaS-Applikationen im Business-Bereich sind zum Beispiel Googles G Suite und Microsoft Office 365. Unter den Enterprise-Applikationen ist Salesforce Marktführer. Praktisch alle Unternehmensanwendungen, darunter auch ERP-Suiten von Oracle und SAP, gibt es inzwischen auch im SaaS-Modell. Typischerweise bieten SaaS-Anwendungen umfangreiche Konfigurations- und Entwicklungsmöglichkeiten, sodass Kunden ihre eigenen Modifikationen und Ergänzungen codieren können.

IaaS (Infrastructure as a Service)

IaaS-Provider bieten Speicher- und Rechendienste auf einer Pay-per-Use-Basis an. Allerdings ist das gesamte Angebot der Public Cloud-Anbieter unglaublich umfangreich, darunter fallen beispielsweise

  • hoch skalierbare Datenbanken

  • virtuelle private Netzwerke

  • Big Data Analytics

  • Machine Learning

  • Anwendungsüberwachung.

Amazon Web Services (AWS) war der erste IaaS-Provider und ist auch aktuell Markführer, gefolgt von Microsoft Azure, Google Cloud Platform und IBM Cloud.

PaaS (Platform as a Service)

PaaS bietet bestimmte Kombinationen aus Services und Workflows an. Diese Angebote zielen insbesondere auf Entwickler ab, die gemeinsam Tools, Prozesse und APIs nutzen können, um so die Entwicklung, Tests und Implementierungen von Anwendungen zu beschleunigen. Auf diesem Gebiet sind Heroku von Salesforce und Force.com beliebte Public-Cloud-PaaS-Angebote. Unternehmen können mit Hilfe von PaaS sicherstellen, dass Entwickler Zugriff auf Ressourcen haben, gewissen Prozessabläufen folgen und nur ein bestimmtes Dienstleistungsangebot nutzen. Die Cloud-Provider stellen die zugrundeliegende Infrastruktur bereit.

Viele PaaS-Angebote werden auch unter dem Namen MBaaS (Mobile Back-end as a Service) oder manchmal nur BaaS (Back- end as a Service) bekannt. Diese sind auf Entwickler von mobilen Anwendungen zugeschnitten.

FaaS (Function as a Service)

FaaS ist eine Cloud-Ausprägung von "Serverless Computing" und ergänzt PaaS um eine weitere Ebene. Vor allem Softwareentwickler können davon profitieren. Anstatt sich mit virtuellen Servern, Containern und Laufzeitumgebungen herumschlagen zu müssen, laden sie lediglich Codeblöcke hoch, wie zum Beispiel eine Formulareinreichung oder Dateien. Die zur Ausführung benötigte Infrastruktur stellt die Cloud-Plattform automatisiert zur Verfügung. Alle größeren Cloud-Provider bieten zusätzlich zu IaaS auch FaaS an: Dazu gehören AWS Lambda, Azure Functions, Google Cloud Functions und IBM OpenWhisk. Ein besonderer Vorteil von FaaS-Anwendungen ist, dass sie nur dann IaaS-Ressourcen verbrauchen, wenn in definiertes Ereignis eintritt. Dadurch sinken die Gebühren für IaaS-Dienste tendenziell.