Fünf Tipps für Arbeitgeber

Was im mobilen Recruiting zählt

20.09.2018
Von 
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting sowie Social Media im Berufsleben.
Das Smartphone ist für 76 Prozent der Deutschen das bevorzugte Endgerät für die Jobsuche. Und auch der Wunsch, sich direkt mit dem Handy zu bewerben, nimmt deutlich zu. Das zeigt die aktuelle Mobile-Recruiting-Studie der Jobbörse meinestadt.de, die auch gleich fünf Tipps für Arbeitgeber parat hat, wie sie die Bewerber am besten auf diesem Wege erreicht.

1. Arbeitgeber müssen mobiler werden

Jobinteressenten suchen mobil und möchten sich deshalb auch mobil bewerben. Da bereits viele Berufsgruppen zu über 90 Prozent in Online-Stellenbörsen nach neuen Jobs suchen, sind mobil optimierte Stellenanzeigen ein Muss. Noch hinkt allerdings ein Großteil der rekrutierenden Unternehmen dieser Erkenntnis in der Praxis hinterher. Nicht einmal bei einem Drittel von ihnen ist das Bewerbungsverfahren mobilfähig, so das Ergebnis der meinestadt.de-Umfrage unter 1520 Fachkräften. Diese zögerliche Haltung könnte Arbeitgeber langfristig Wettbewerbsvorteile kosten: Aktuell springt jeder zweite Kandidat ab, wenn Stellenanzeigen und Karriereseiten nicht mobil angepasst sind.

Sowohl für die Jobsuche als auch als für die schnelle Bewerbung ist den meisten Jobsuchenden das Smartphone am liebsten.
Sowohl für die Jobsuche als auch als für die schnelle Bewerbung ist den meisten Jobsuchenden das Smartphone am liebsten.
Foto: SOMMAI - shutterstock.com

2. Das Anschreiben gehört der Vergangenheit

Das mobile Zeitalter läutet das Ende des klassischen Anschreibens ein, ist man bei meinestadt.de überzeugt. Der Abschied dürfte nicht schwerfallen: Sein Wert für die Kandidatenauswahl gilt als gering - insbesondere bei Fachkräften. Bei vielen Jobs stellt sich mittlerweile die Frage, ob ein Anschreiben noch erforderlich ist - beispielsweise bei Handwerkern oder Logistikern. Jede zweite Fachkraft gibt an, dass das Anschreiben eine "große Hürde" darstellt. Auffällig viele Teilnehmer vergleichen das Erstellen eines Anschreibens sogar mit einer "Schulprüfung" oder einem "Besuch beim Zahnarzt".

3. Auf Formen der Kurzbewerbung setzen

Für die mobile Bewerbung lassen sich traditionelle Abläufe nicht eins zu eins übernehmen. Es braucht daher neue, abgespeckte Lösungen - wie die Kurzbewerbung. Insbesondere Arbeitgeber, die um besonders gefragte Fachkräfte werben, sollten Hürden im Erstkontakt senken. Mit einem vorgeschalteten kurzen Fragenkatalog kann ein Arbeitgeber die Auswahl wesentlich leichter und effizienter gestalten. Bei einem Verkaufsfahrer lässt sich darüber beispielsweise der Führerschein einer bestimmten Klasse, die Sprachkenntnisse oder die Erfahrung im Kundenkontakt kompakt abfragen. Bei der Daimlertochter Daimler TTS sind zum Beispiel die sogenannten One-Click-Bewerbungen beziehungsweise die 15-Sekunden-Bewerbung ausdrücklich erwünscht.

4. Firmen sollten stärker auf ihre mobilen Bewerbungsmöglichkeiten aufmerksam machen

Bewerber müssen allerdings das Gefühl bekommen, dass ihre mobile Bewerbung willkommen ist. Sonst werden sie das Angebot nicht nutzen. Sie brauchen ein eindeutiges Signal, dass die mobile Kurzbewerbung aus Sicht der Arbeitgeber eine "seriöse Bewerbung" darstellt. Indem Arbeitgeber die neuen Bewerbungsformate unterstützen und nach außen bewerben, wird die nötige Akzeptanz vermittelt, die bei Kandidaten wiederum Vertrauen schafft.

5. Bewerber erwarten schnelle Reaktion

In der mobilen Welt läuft alles schneller. Diese Geschwindigkeit führt auch im Bewerbungsverfahren zu einer anderen Erwartungshaltung. Same-Day-Delivery und sofortige Verfügbarkeit sind im privaten Alltag Normalität. Auch bei der Bewerbung fühlen sich Kandidaten durch wochenlange Rückmeldezeiten schnell verprellt. Darauf müssen Arbeitgeber reagieren, wenn sie keine passenden Kandidaten verlieren möchten. Schon heute erwarten zwei Drittel der Bewerber innerhalb einer Woche eine Rückmeldung, ob es für sie einen Schritt weitergeht.