Gehaltsauswertung

Was Entwickler verdienen

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 20 Jahren. Langweilig? Nein, sie entdeckt immer neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und im eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisiert.
Sie verdienen deutlich weniger als Berater, aber noch mehr als ihre Kollegen in der Systemadministration. Softwareentwickler im Backend können mit durchschnittlich 58.375 Euro im Jahr rechnen, wie eine Gehaltsauswertung ergab.

Wer als Softwareentwickler gut verdienen will, muss in einer größeren Bank oder in der Konsum- und Gebrauchsgüterindustrie arbeiten. Um Krankenhäuser oder die Kunststoffindustrie als Arbeitgeber sollte der karriere­bewusste Entwickler dagegen einen großen Bogen machen. So ein Ergebnis der Analyse von Compensation Partner. Die auf Gehaltsfragen spezialisierte Beratung hat exklusiv für die COMPUTERWOCHE 3542 Gehälter von Backend-Entwicklern ausgewertet.

Wo ein Softwareentwickler am besten verdient, hängt von der Branche und der Unternehmensgröße ab.
Wo ein Softwareentwickler am besten verdient, hängt von der Branche und der Unternehmensgröße ab.
Foto: Andrey_Popov - shutterstock.com

Banken vergüten Entwickler am besten

Demnach vergüten Banken und die Konsumgüterindustrie ihre Softwareentwickler im ­Backend mit durchschnittlich 72.570 Euro beziehungsweise 72.000 Euro im Jahr. Überdurch­schnittlich hohe Gehälter können Entwickler auch in der Pharmaindustrie und Luftfahrt (je 71.000 Euro pro Jahr) als auch in Versicherungen (70.000 Euro) erwarten. Karriereorientierte Softwareentwickler sollten sich daher die Branche anschauen, in der sie arbeiten wollen.

In Krankenhäusern, in der Kunststoff- und Glasindustrie, der Textilbranche, in Werbung und PR sowie in Architekturbüros müssen sie sich mit den niedrigsten Gehältern zufrieden geben - hier verdienen Softwareentwickler zwischen knapp 38.520 und maximal 49.352 Euro durchschnittlich pro Jahr.

Tim Böger, Geschäftsführer von Compensation Partner, untersucht schon jahrelang die Gehälter der IT-Szene und sieht die Entwickler auf der Gewinnerseite: "Die Gehälter für Backendentwickler steigen seit Jahren kontinuierlich an. Vollbeschäftigung und Fachkräftemangel sorgen für hohe Löhne auf dem IT-Markt. Talen­tierte Jobeinsteiger werden händeringend gesucht, was sich vor allem in den hohen Einstiegsgehältern bemerkbar macht." Da sich "die Softwareentwicklung aber sehr rasant entwickelt, sind Beschäftigte zwingend auf stetige Weiterbildung angewiesen, um in dieser schnell­lebigen Industrie immer auf dem neusten Stand zu bleiben", so Böger weiter.

Große Arbeitgeber zahlen besser

Wie viel ein Entwickler verdienen kann, beeinflusst nicht nur die Branche, sondern auch die Größe des Unternehmens. Große Arbeitgeber zahlen besser. Der Grundsatz gilt für alle IT-­Berufsgruppen, auch für Backend-Entwickler. Diese bekommen in Firmen mit bis zu 100 Mitarbeitern ein durchschnittliches Jahresgehalt von 52.167 Euro und damit über 27.000 Euro weniger als ihre Kollegen in großen Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten.

Auch die Berufserfahrung wirkt sich auf die Vergütung aus. Young Professionals mit zwei bis fünf Jahren Erfahrung als Entwickler verdienen im Schnitt nur 50.663 Euro brutto im Jahr. Wer seinen Job schon zwischen sechs und zehn Jahren lang ausübt, kommt auf 57.315 Euro. Erfahrene Entwickler, die mehr als zehn Jahre in ihrem Beruf arbeiten, können sich über mehr als 71.136 Euro pro Jahr freuen.

Mitmachen lohnt sich!

Wer sich über Gehälter aller IT-Experten informieren will, erhält einen guten Einblick durch die Gehaltsstudie von Compensation Partner und der Computerwoche. Bis zum 15. September können Arbeitgeber und Einzelpersonen unter https://www.compensation-partner.de/it-studie-2018 an der Online-Befragung teilnehmen.

  • Einzelpersonen erfahren direkt nach Eingabe ihrer Daten, wie sie beim Gehalt gegenüber Kollegen mit ähnlicher Jobbeschreibung und vergleichbaren Qualifikationen abschneiden. Dieser erste Gehaltscheck ist für Einzelpersonen kostenlos.

  • Unternehmen, die mehr als zehn Datensätze oder (bei kleineren Firmen) die Daten der Hälfte ihrer Mitarbeiter melden, bekommen die Studie zum Preis von 299 Euro (anstatt 599 Euro). Sie erhalten einen grafischen Vergleich ihres Vergütungsniveaus mit dem des Marktes. Der Vergleich zeigt auf einen Blick Stärken und Schwächen der eigenen Vergütungspraxis auf.