Thomas Tribius

Was der Springer-CIO zu Apple sagt

22.07.2008
Von 
Jan-Bernd Meyer betreute als leitender Redakteur Sonderpublikationen und -projekte der COMPUTERWOCHE. Auch für die im Auftrag der Deutschen Messe AG publizierten "CeBIT News" war Meyer zuständig. Inhaltlich betreute er darüber hinaus Hardware- und Green-IT- bzw. Nachhaltigkeitsthemen sowie alles was mit politischen Hintergründen in der ITK-Szene zu tun hat.
Dem charismatischen Firmengründer und -Chef Steve Jobs ist der Erfolg der Apple-Maschinen in Unternehmen möglicherweise gar nicht so recht. Er setzt mit Kultgeräten wie dem iPod oder dem iPhone auf die Privatnutzer.
Dem charismatischen Firmengründer und -Chef Steve Jobs ist der Erfolg der Apple-Maschinen in Unternehmen möglicherweise gar nicht so recht. Er setzt mit Kultgeräten wie dem iPod oder dem iPhone auf die Privatnutzer.

TRIBIUS: Unsere Server laufen zu 70 Prozent mit Unix. Die Server-Landschaft bei uns ist stark geprägt durch die eingesetzten Applikationen und damit das Betriebssystem. Wir gehen nicht davon aus, dass sich hier Wesentliches ändern wird. Wo wir allerdings im Zug des Projektes den Einsatz von Apple-Servern planen, ist im Infrastrukturbereich. Für Basisinfrastrukturdienste wie Active Directory, File- und Print-Server und für die Softwareverteilung werden wir künftig auch Apple-Server einsetzen anstelle von Windows-Maschinen.

CW: Was für Apple-Systeme werden auf den Schreibtischen der Mitarbeiter stehen?

TRIBIUS: Unterschiedlich, je nach Benutzer. Wir teilen die Anwender in Mobilnutzer und stationäre Benutzer auf. Bei den Mobilnutzern gibt es zwei unterschiedliche Klassen, den Standard- und den Leistungsklasse-Nutzer. Entsprechend bekommen sie entweder ein Macbook oder ein Macbook Pro. Bei den Standardarbeitsplätzen haben wir drei Anforderungsprofile definiert: je nach Anforderung kommt der iMac zum Einsatz, als Standardarbeitsplatz der Mac Mini und für Power-User eine Mac Pro Lösung.

CW: Was viele bei dem Axel-Springer-Projekt aufhorchen ließ, war die Aussage, dass Ihr Haus beim Wechsel auf Apple auch gleich seine Blackberrys durch iPhones ersetzen würde. Stimmt das?

iPhone löst Blackberry ab

TRIBIUS: Ja, das stimmt im wesentlichen. Wir nutzen bislang Blackberrys und auch Windows-basierende mobile Endgeräte. Für diese Geräte werden ebenso wie für das iPhone künftig immer mehr Applikationen verfügbar sein, auch solche, mit denen man von diesen Endgeräten aus direkt auf Geschäftsanwendungen zugreifen kann. Das ist eine hochinteressante Entwicklung. Für uns ist es deshalb ein ausgesprochen glückliches Zusammenspiel, dass jetzt die nächste Generation des iPhone auf den Markt kommt. Hier ist ein großer Schritt getan, Unternehmenskunden zu unterstützen. Zum einen sind jetzt Sicherheitsfragen so gelöst, dass die iPhones für unser Haus interessant werden. Auch die Anbindung an unsere Exchange-Infrastruktur ist jetzt möglich. Zudem gibt es jetzt die Entwicklungsplattform um Geschäftsapplikationen zu entwickeln. Unter diesen Voraussetzungen ist die Entscheidung pro iPhone nur konsequent.

CW: Bekommen alle Mitarbeiter ein iPhone?

TRIBIUS: Auch hier wird für einige Mobilnutzer das iPhone zum Standard werden müssen. Schon deshalb, weil gewisse Applikationen und Informations-Tools darauf laufen. Es wird daneben eine Gruppe von Anwendern geben, der wir es freistellen werden, welches Gerät sie verwenden wollen.

CW: Von wie vielen Anwendern für mobile Endgeräte reden Sie?

TRIBIUS: Wir gehen von mittelfristig zirka tausend Nutzern aus.

CW: Wie viele davon werden iPhones nutzen?