Digitale Transformation

Warum ‚Smart Working‘ mehr ist als neue IT

Thomas Kuckelkorn M.A. arbeitet seit 2014 bei der BCT Deutschland GmbH. Hier ist er für den Bereich PR & Kommunikation und damit für die interne und externe Unternehmenskommunikation sowie die Kooperation mit Partnern, Kunden und Verbänden verantwortlich. Als Experte ist er unter anderem. im BITKOM-Arbeitskreis ECM-Services & -Cloud aktiv. Für seine Leistungen im Studium erhielt er 2013 einen Platz auf der Dean’s List der RWTH Aachen.
Gerade junge Unternehmen nutzen die Digitalisierung für disruptive Geschäftsmodelle, indem sie die neuen Bedürfnisse ihrer Kunden, Lieferanten und Partner in den Fokus stellen. Folglich ändert sich auch die Arbeitsumgebung – räumlich, technologisch und organisatorisch.

Nicht erst seit dem Grünbuch „Arbeiten 4.0“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (PDF) wurden die Herausforderungen und Möglichkeiten des neuen Arbeitens auch für die bundesdeutsche Poilitik zum relevanten Thema. Ausgangspunkt ist die Digitalisierung, die mittlerweile alle Branchen umfasst und Innovationen in ungeahnten Größen verspricht. Das führt sogar so weit, dass ganze Geschäftsmodelle an den digitalen Wandel angepasst oder gänzlich erneuert werden.

Mit neuen Geschäftsmodellen ändert sich auch die Arbeitsumgebung – räumlich, technologisch und organisatorisch.
Mit neuen Geschäftsmodellen ändert sich auch die Arbeitsumgebung – räumlich, technologisch und organisatorisch.
Foto: rawpixel.com - shutterstock.com

Gerade junge Unternehmen hinterfragen das traditionelle Business und entwickeln neue, disruptive Geschäftsmodelle. Aufgrund dieser Entwicklungen stellt das amerikanische IT-Marktforschungsunternehmen Gartner die drastische These auf, dass bis 2017 rund 20 Prozent aller marktführenden Unternehmen von all jenen Unternehmen überholt werden, die nach dem Jahr 2000 gegründet wurden.

Bereits etablierte Geschäftsmodelle scheinen dieser These rechtzugeben: Streaming-Portale wie Netflix lösen mit dem flexiblen On-Demand-Fernsehangebot den klassischen Videotheken-Service ab; Uber bietet mit seinem online vermittelten Fahrdienst eine Alternative zum regulären Taxiservice; Steuerberater stellen ihren Mandanten cloudbasierte Plattformen zur Verfügung, über die Dokumente und Informationen wesentlich schneller und effizienter ausgetauscht werden können. All diesen neuen Geschäftsmodellen gemein: Sie stellen Kunden, Lieferanten und Partner sowie deren digitalisierte Bedürfnisse in den Mittelpunkt ihrer Produktentwicklungen und Dienstleistungen.

Bricks, Bytes & Behaviour

In diesem Zusammenhang spielen auch die zahlreichen neuen Kommunikations- und Interaktions-Tools eine wichtige Rolle: Sie ermöglichen vor allem (potenziellen) Kunden beispielsweise aktiv über Social-Media-Portale auf das Unternehmen zuzugehen und Anfragen, aber auch Lob und Kritik öffentlich zu äußern. Dienstleistungen müssen somit wesentlich schneller und transparenter ausgerichtet sein. Basis bilden dabei drei strategische und technische Komponenten: Bricks, Bytes und Behaviour. Gemeint ist damit eine flexible Gestaltung der Arbeitsplätze (Bricks), die Etablierung effektiver IT-Lösungen (Bytes) und die Verwirklichung einer gemeinsamen Unternehmensvision (Behaviour). Sie sind die wesentlichen Säulen des neuen Arbeitens innerhalb eines Unternehmens sowie Ausgangspunkt für dessen digitale Transformation – und seinen wirtschaftlichen Erfolg.

Mit der Realisierung der drei Säulen des neuen Arbeitens – Bricks, Bytes und Behaviour – schaffen Unternehmen die Grundlage für einen Informationsaustausch – innerbetrieblich und auch innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette.
Mit der Realisierung der drei Säulen des neuen Arbeitens – Bricks, Bytes und Behaviour – schaffen Unternehmen die Grundlage für einen Informationsaustausch – innerbetrieblich und auch innerhalb der gesamten Wertschöpfungskette.
Foto: BCT Deutschland GmbH

Bricks: Flexible Gestaltung der Arbeitsumgebung

In immer mehr Unternehmen lässt sich schon jetzt eine gewisse Abkehr von traditionellen, festdefinierten Bürokonzepten – räumlich wie organisatorisch – beobachten. Das Smart Working von heute findet in flexiblen Arbeitsumgebungen (Bricks) statt, welche sich je nach Bedarf und Tätigkeiten der Mitarbeiter anpassen lassen. Mittels mobiler Trennwände können diese beispielsweise als Einzelarbeitsplätze oder Team-Office für größere und kleinere Gruppen genutzt werden. Immer bedeutsamer für ein produktives Miteinander werden zudem soziale Meetingpoints wie definierte Lounge-Bereiche und Kaffee-Ecken. In abgegrenzten Ruhezonen finden Mitarbeiter entsprechende Bereiche für kreative Arbeiten, die besondere Konzentration erfordern, und zur Regenerierung.

Arbeiten 4.0: Die Tätigkeiten der Mitarbeiter sind immer seltener lokal fest definiert, sondern verteilen sich auf verschiedene Orte und Zeiten.
Arbeiten 4.0: Die Tätigkeiten der Mitarbeiter sind immer seltener lokal fest definiert, sondern verteilen sich auf verschiedene Orte und Zeiten.
Foto: Pressmaster - shutterstock.com

Diese Form des arbeitsplatzunabhängigen Arbeitens ist vor allem dadurch möglich, dass stationäre PC-Systeme nach und nach durch mobile Endgeräte wie Tablets und Laptops ersetzt werden. Da sich diese via Cloud-Computing nahezu problemlos in die unternehmenseigene IT-Infrastruktur integrieren lassen, wird auch das Arbeiten im Home-Office und von unterwegs immer bedeutsamer. Die Tätigkeiten der Mitarbeiter sind seltener lokal fest definiert; sie verteilen sich auf verschiedene Orte und Zeiten und verlagern sich eventuell sogar direkt hin zum Kunden, Partner oder Lieferanten. Diese geschaffene Mobilität bringt eine praktische Vernetzung bei gleichzeitiger Unabhängigkeit des Einzelnen mit sich.