Smombie-Schutzsystem

Warnsystem mit Radar und Wärmebild soll Smartphone-Zombies retten

20.03.2019
Von 
Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
12.000 Euro pro Kreuzung kostet ein aufwändiges Warnsystem, das Fußgänger, die auf ihr Smartphone starren, davor schützen soll, von einem Auto überfahren zu werden.

Überall sind sie unterwegs: Die Smartphone-Zombies alias „Smombies“. Also Menschen, die auf ihr Smartphone starren, während sie gerade zu Fuß unterwegs sind. Solche Zeitgenossen überqueren schon mal eine Straße, ohne sich zu vergewissern, ob ein Auto kommt. Prompt landen derartige Smartphone-Nutzer auf der Motorhaube oder unter den Rädern des PKWs. Oder sie laufen gedankenverloren gegen den nächsten Laternenmast. Oder sie fallen in eine offene Kellerluke, wie dieses Youtube-Video zeigt.

Smombies sind ein weltweites Phänomen
Smombies sind ein weltweites Phänomen
Foto: Harry Green - shutterstock.com

Besonders in Südkorea, eine der Hochburgen der Smartphone-Produktion, häufen sich offensichtlich die Unfälle mit solchen Smartphone-Zombies. Dagegen will Ilsan, eine Stadt in Südkorea, jetzt etwas tun.

Laut Spiegel Online will Ilsan aber nicht etwa die Smartphone-Nutzung während des Fußmarsches unter Strafe stellen. Sondern ganz im Gegenteil sollen technische Hilfsmittel dafür sorgen, dass die Smartphone-Junkies in Ilsan weiterhin durch die Gegend laufen können, ohne den Blick vom Smartphone-Bildschirm nehmen zu müssen.

Die Stadt will nämlich ein Warnsystem in die Gehwege integrieren. Farbige Leuchtdioden im Gehweg sollen die Smartphone-Zombies warnen. Zusätzlich warnen projizierte Hinweise und eine App vor Autos. Das Warnsystem nutzt dafür Radsensoren und Wärmebildkameras.

Das geht richtig ins Geld: Die Ausstattung einer einzelnen Kreuzung kostet demnach umgerechnet rund 12.000 Euro. Die Sensoren erkennen das sich der Kreuzung nähernde Auto und lösen dann die Leuchtdioden auf dem Gehweg aus.

Südkorea will dieses neue Warnsystem zunächst nur in Ilsan, 30 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Seoul, testen. Verläuft der Test erfolgreich und sinken die Unfallzahlen, dann soll das Warnsystem in ganz Südkorea installiert werden.

Ganz neu ist der Gedanke nicht, in Augsburg wurde ein derartiges Boden-Ampelsystem vor Trambahn-Haltestellen getestet. Ein ähnlicher Test ist auch aus dem niederländischen Bodegraven-Reeuwijk bekannt.

Honolulu auf Hawaii versucht das Problem mit den Smartphone-Zombies per Verbot zu lösen: Wer in dieser US-Stadt eine Straße überquert, muss den Blick vom Handy nehmen. (PC-Welt)