Negatives Denken

Wann Pessimismus im Beruf nützt

16.11.2023
Von 


Christoph Lixenfeld, seit 25 Jahren Journalist und Autor, vorher hat er Publizistik, Romanistik, Politikwissenschaft und Geschichte studiert.

1994 gründete er mit drei Kollegen das Journalistenbüro druckreif in Hamburg, schrieb seitdem für die Süddeutsche Zeitung, den Spiegel, Focus, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Wirtschaftswoche und viele andere.

Außerdem macht er Hörfunk, vor allem für DeutschlandRadio, und produziert TV-Beiträge, zum Beispiel für die ARD-Magazine Panorama und PlusMinus.

Inhaltlich geht es in seiner Arbeit häufig um die Themen Wirtschaft und IT, aber nicht nur. So beschäftigt er sich seit mehr als 15 Jahren auch mit unseren Sozialsystemen. 2008 erschien im Econ-Verlag sein Buch "Niemand muss ins Heim".

Christoph Lixenfeld schreibt aber nicht nur, sondern er setzt auch journalistische Produkte ganzheitlich um. Im Rahmen einer Kooperation zwischen Süddeutscher Zeitung und Computerwoche produzierte er so komplette Zeitungsbeilagen zu den Themen Internet und Web Economy inklusive Konzept, Themenplan, Autorenbriefing und Redaktion.

Gesunde sind pessimistischer

Das Überraschende: Teilnehmer, die ihre zukünftige Zufriedenheit überdurchschnittlich hoch einschätzten, erhöhten damit statistisch ihr Risiko, krank zu werden oder zu sterben um etwa zehn Prozent.

"Vermutlich ermuntern pessimistische Zukunftserwartungen ältere Menschen dazu, besser auf die eigene Gesundheit zu achten und sich vor Gefahren zu schützen," so Frieder R. Lang, Leiter des Instituts für Psychogerontologie an der Uni Erlangen-Nürnberg.

Wer sich für allzu glücklich und gesund hält, achtet weniger darauf, dass das auch so bleibt, fanden Forscher heraus.
Wer sich für allzu glücklich und gesund hält, achtet weniger darauf, dass das auch so bleibt, fanden Forscher heraus.
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Junge Menschen malten sich im Rahmen der selben Untersuchung übrigens die eigene Zukunft allzu rosig aus, mittelalte urteilten dagegen ziemlich realistisch. Diese Ergebnisse dürften in etwa dem entsprechen, was die meisten Menschen in ihrem persönlichen Umfeld selbst beobachten.

Unerwartet dagegen eine andere Erkenntnis. Psychogerontologe Lang: "Überrascht hat uns, dass die Befragten umso pessimistischer in die Zukunft sahen, je stabiler ihre Gesundheit und je höher ihr Einkommen war."

Lang sieht darin einen Indikator dafür, dass solche Menschen sich verstärkt Gedanken über die Begrenztheit ihrer Zeit machen. Man könnte auch sagen: Je mehr der Mensch zu verlieren hat, desto ängstlicher wird er.