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Walter Hewlett: "HP ist ohne Compaq mehr wert"

20.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Walter Hewlett hat bei der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einen Bericht eingereicht, in dem er darlegt, dass die Aktien von Hewlett-Packard (HP) im kommenden Jahr 14 bis 17 Dollar mehr wert sein würden, wenn die geplante Milliarden Dollar schwere Fusion mit Compaq nicht stattfindet. Ferner ruft der Sohn von HP-Mitbegründer William Packard den IT-Konzern dazu auf, sein lukratives Drucker- und Imaging-Geschäft auszubauen und eventuell zu einem späteren Zeitpunkt auszugliedern. Gleichzeitig solle HP das margenarme PC-Geschäft abspecken, statt um jeden Preis seinen Marktanteil zu halten. Um seine Lücken im Enterprise-Bereich zu füllen, müsse HP kleinere Akquisitionen vornehmen. Mit dieser Stand-Alone-Strategie, die Hewlett mit seinen Finanzberatern entworfen hat, werde es dem Unternehmen gelingen, seine

operative Marge im kommenden Geschäftsjahr (Ende: 31. Oktober 2003) auf 8,4 Prozent und den Gewinn auf 1,63 Dollar zu steigern. Im Geschäftsjahr 2001 betrug die operative Marge von HP 4,2 Prozent.

Gleichzeitig sandte Hewlett einen Brief an die HP-Aktionäre, in denen er seine Opposition zu der Megafusion erneut artikuliert. Hewlett bemüht sich darum, die Stimmrechtsvollmacht möglichst vieler HP-Aktionäre zu gewinnen, um auf der Hauptversammlung am 19. März gegen den Deal stimmen zu können. Auf seiner Seite stehen zudem die Familienstiftungen der HP-Gründer William Hewlett und David Packard, die zusammen auf einen Stimmrechtsanteil von zirka 18 Prozent kommen.

Das HP-Management die jüngste SEC-Eingabe von Hewlett inzwischen scharf kritisiert. Es handele sich um einen "eilig zusammengeschusterten" Bericht, um davon abzulenken, dass die Opposition über keine echte Alternative zu der Fusion verfüge. Zu Hewletts Vorschlag, das Drucker- und Imaging-Geschäft auszulagern, erklärte HP-Chefin Carleton Fiorina, dass man diese Option bereits hinreichend untersucht und wieder verworfen habe. Ein Grund dafür, diese Divisionen im Kerngeschäft des Unternehmens zu belassen, sei die Tatsache, dass neue Produkte zunehmend auf das PC- und Server-Portfolio von HP abgestimmt würden. (ka)