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Wall-Street-Veteran wird SEC-Chef

11.12.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - US-Präsident George Bush hat den Investmentbanker William Donaldson zum Chef der amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsicht (SEC) bestellt. Der 71-Jährige soll helfen, das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen. Vor allem die Skandale bei Tyco und Enron hatte zu Verunsicherung geführt und die US-Regierung veranlasst, striktere Vorschriften zu erlassen.

Donaldson leitete von 1990 bis 1995 die New-Yorker Börse. Er ist im Ausland vor allem als Chef der von ihm Ende der 60er Jahre mitbegründeten Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette bekannt, die vor einigen Jahren von der schweizerischen CSFB gekauft wurde. Zuletzt leitete er die größte private Krankenkasse der USA.

Donaldson tritt die Nachfolge von Harvey Pitt an, der im November seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte. Pitt, der zuvor als Rechtsanwalt arbeitete, wurde vorgeworfen, dass er in seiner Eigenschaft als SEC-Chef nicht die nötige Distanz zu seinen ehemaligen Kunden gewahrt hätte. Er hatte unter anderem Wirtschaftsprüfer vertreten, die er später als SEC-Oberhaupt hätte überwachen sollen. (ho)