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Währungsfonds sieht kaum noch Produktivitätsvorteile durch IT-Einsatz

12.04.2007
Weltweit ist in den letzten Jahren die Produktivität der Unternehmen stark gestiegen - nicht zuletzt dank moderner Informationstechnik. Dem Internationalen Währungsfonds zufolge sind nun Grenzen in Sicht.

Zweimal im Jahr gibt der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Ausblick zu den Perspektiven der Weltwirtschaft. Am 10. April war es wieder so weit, und was die Ökonomen sagten, stimmt nachdenklich. Als Schlüsselfaktor für den Zustand der Weltwirtschaft wird die Produktivität der Unternehmen gesehen - und die scheint nicht mehr besonders steigerungsfähig zu sein. "Die große Produktivität der Unternehmen hat gesundes Wachstum bei den Profiten und damit auch den Reallöhnen möglich gemacht", bilanziert die Organisation. Daran hätten auch die stark gestiegenen Rohstoffpreise nichts ändern können. Konsum- und Investitionsneigung seien solide gewesen.

Der IWF sieht jetzt jedoch folgende konkrete Bedrohungen für das weitere Produktivitätswachstum:

- Die Produktivitätsvorteile durch den IT-Einsatz werden kleiner. Das gilt vor allem für die USA. Länder, deren Unternehmen noch nicht die IT-Durchdringung der US-Konkurrenten erreicht hätten, können diesen Schatz aber noch heben. (Siehe auch: Deutsche Unternehmen wollen durch IT-Einsatz produktiver werden)

- Die Liberalisierung des weltweiten Handels macht kaum noch Fortschritte. "Es besteht die ernsthafte Gefahr, dass protektionistische Kräfte in den nächsten Jahren mehr Gewicht bekommen könnten. Fortschritte, die durch die zunehmend global integrierte Wirtschaft entstehen, könnten wieder zunichte gemacht werden", heißt es in dem Bericht.

- Regierungen und Unternehmen werden mit höheren Kosten für die Beseitigung von Umweltschäden konfrontiert. Außerdem dürften die Energiepreise weiter steigen.

- Die Bevölkerung in den großen Industrienationen wird immer älter, was sich auf den Produktivitätsfortschritt negativ auswirken dürfte. "Der Anteil junger Menschen, die ins Berufsleben eintreten, nimmt ab. Damit wird es schwieriger, den Wissensstand kontinuierlich anzuheben", so der Bericht. Vor allem Arbeitnehmer, die neue Technologien entwickeln beziehungsweise nutzen können, werden rar. Gleichzeitig steigen die Kosten für Renten und Krankenversicherungen.

Der IWF geht davon aus, dass in den alternden Industrienationen ebenso wie in den aufstrebenden Regionen Asiens mehr konsumiert wird. Die gegenwärtige Phase, in der die Sparquote im Vergleich zur Investitionsneigung hoch ist, könnte zu Ende gehen. In der Folge dürften die Zinsen wieder steigen. (hv)