Strategie

Wachstum beginnt mit der richtigen Einstellung

Daniel Delank schreibt als Experte zu den Themen IT-Strategie, Management und Outsourcing. Als Regionsleiter Business Operation analysiert und bewertet er ständig den internationalen IT-Markt. Seit 2009 engagiert er sich an verschiedenen Universitäten wie der DHBW Stuttgart, der Universität Hohenheim und der ESB in Reutlingen, als externer Dozent.
Profitables Wachstum darf nicht nur als Modethema der Unternehmenslenker gesehen werden. Vielmehr muss profitables Wachstum als Grundhaltung verstanden werden, welches durch eine richtige Einstellung beflügelt werden kann.
  • Wachstumsorientierte Unternehmen steigern den Gewinn nicht durch Senkung der Kosten, sondern durch eine langfristige und profitable Wachstumsstrategie.
  • Die Haltung und Denkweise jedes Einzelnen beeinflusst dabei maßgeblich die Unternehmenssituation im Arbeitsalltag wie auch im Privaten.
  • Das Buch „Growth Mindset“ von Carol Dweck zeigt nicht nur den Unterschied zwischen zwei Denkweisen auf, sondern hilft auch dabei, das Selbstbild durch einfache Maßnahmen weiterzuentwickeln.
  • Die „A Complaint Free World Initiative“ von Will Bowen schärft unser Bewusstsein für eine positive Kommunikation, wodurch wir unsere Stimmung und Beziehungen verbessern können.

Die meisten Unternehmen streben nach profitablem Wachstum und folglich auch nach neuen Chancen und Möglichkeiten auf dem Markt, um so ihre Wettbewerbsvorteile auszubauen. Dabei werden neue Strategien herausgearbeitet, Kundenprobleme gelöst, Nischenmärkte untersucht und neue Produkte sowie Leistungen entwickelt.

Unternehmen, besonders in der IT-Branche, suchen nach neuen Möglichkeiten, um zu wachsen. Allzu häufig wird dabei auf anorganisches Wachstum, also den Zukauf von Unternehmen, zurückgegriffen. Jedoch werden diese Zukäufe oftmals nicht ausreichend hinterfragt und von den daraus resultierenden Ergebnissen kann man im Anschluss oftmals lesen. Ein weiterer Ansatzpunkt von Unternehmen profitabel zu wachsen, ist die stetige Gewinnsteigerung, welche meist mit dem Trend die Kosten zu senken einhergeht.

Wachstum ist kein Zustand, sondern eine Grundhaltung.
Wachstum ist kein Zustand, sondern eine Grundhaltung.
Foto: Arthimedes - shutterstock.com

Doch Wachstum ist nicht nur ein Zustand, der als Zielbild im Unternehmen erreicht werden soll, sondern stellt vielmehr eine Grundhaltung dar, die wir einnehmen sollten. Zwar schließen sich Wachstum und Gewinnsteigerung nicht aus, jedoch muss profitables Wachstum anders gestaltet sein. Die Mitarbeiter und das Unternehmen sollten das Wachstum verstehen und emotional und organisatorisch stemmen können, denn ansonsten ist jede Wachstumsstrategie zum Scheitern verurteilt.

Folgende Fragen sind hierbei von hoher Relevanz:

  • Ist die Organisation bereit für Wachstum?

  • Sind alle Mitarbeiter kundenfokussiert?

  • Mit welchen Produkten, Lösungen oder Innovationen können wir wachsen?

  • Welche Rolle hat dabei das Marketing? Ist der Vertrieb ein Wachstumstreiber?

  • Worauf fokussiert sich das Portfolio?

  • Sind alle bereit für Veränderungen?

Setzen sich Unternehmen und Mitarbeiter mit diesen Fragen auseinander, wird sich das gesamte Unternehmen mit dem Wachstum weiterentwickeln.

Profitables Wachstum ist ein Prozess, eine Motivations- und vor allem Einstellungssache

Wenn ich mich mit dem Thema beschäftige, denke ich oft an das Buch „Mindset“ von Carol Dweck. Es ist für mich das Buch, das mich wohl am meisten prägte. Dweck schafft ein großes Fundament zu der richtigen inneren Perspektive und einem gesunden Optimismus.

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Sie erklärt, dass das richtige Loben und Verhalten dazu führen kann, dass der Mensch seinen Gedankengang ändert. Ein „Fixed Mindset“, also ein statisches Selbstbild, welches Menschen daran hindert, ihr Potenzial voll auszuschöpfen, soll vermieden werden. Dweck führt uns stattdessen hin zu der Perspektive des „Growth Mindset“, also des dynamischen Selbstbildes.

Berge versetzen mit dem Growth Mindset-Ansatz.
Berge versetzen mit dem Growth Mindset-Ansatz.
Foto: Cozy nook

Unsere Einstellung und Haltung machen den Unterschied aus zwischen Mittelmaß und Exzellenz – auch Hermann Scherer hat das schon erkannt. Ein zu dem Buch passendes Sprichwort lautet: „Der Glaube begrenzt unser Potenzial oder aber er versetzt Berge“.

Eine positive Haltung und der Glaube an Erfolg beeinflusst nicht nur unser Selbstbewusstsein, sondern auch unsere Kreativität, Herausforderungen zu meistern, unsere Widerstandsfähigkeit gegenüber Rückschlägen und kann sogar unser Selbstwertgefühl steigern.

All das sind Eigenschaften, die im Vertrieb unerlässlich sind, denn der richtige Umgang mit Misserfolg ist notwendig. 7 von 10 Verkaufsgesprächen sind nicht erfolgreich – statistisch gesehen, muss also eines Tages ein Misserfolg eintreten. Ebenso wichtig ist aber auch die Überzeugungskraft in die eigenen Lösungen und Produkte, um diese kundenorientiert zu „vermarkten“.