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W3C empfiehlt Standards für das Semantic Web

10.02.2004

Das W3-Consortium verabschiedete zwei Kerntechnologien für seine Initiative "Semantic Web". Es handelt sich dabei um das Resource Description Framework (RDF) und die Web Ontology Language (OWL).

Tim Berners-Lee, Director des W3C und treibende Kraft hinter dem Projekt des Semantic Web, versteht dieses als Erweiterung des bestehenden WWW. Ihr Zweck besteht darin, Informationen durch beschreibende Daten eine klare Bedeutung zu verleihen und sie auf diese Weise besser durch Maschinen verarbeitbar zu machen. Neben dem interaktiven Gebrauch durch Menschen soll sich das Web auf diese Weise als riesiger Datenbestand besser für Computerprogramme erschließen.

RDF übernimmt dabei die Funktion einer Basistechnologie, weil es ein einfaches Datenmodell zur Beschreibung unterschiedlicher Objekte definiert. Dieses besteht aus Tripeln, die eine Ressource, eine dazugehörige Eigenschaft und deren spezifische Ausprägung bezeichnet. Gelegentlich werden die Teile eines solchen Tripels auch Subjekt, Prädikat und Objekt genannt. RDF ist im Prinzip unabhängig von einer bestimmten Syntax und kann etwa auch auf Basis eines relationalen Modells realisiert werden. Das W3C setzte sich indes zum Ziel, ein Verfahren auf Grundlage der hauseigenen Standards XML, XML -Namespaces, XML Information Set und XML Base zu definieren.

Das Gremium hatte "RDF Model and Syntax" bereits 1999 als Empfehlung verabschiedet, "RDF Schema" erreichte bereits 2000 den Status einer Candidate Recommendation. Die nun freigegebene Version RDF trägt den Zusatz "revised" und wurde nach zahlreichen Einwänden weitgehend überarbeitet. Die neue Empfehlung besteht aus sechs Dokumenten, einer Einführung ("Primer"), Concepts, Syntax, Semantics, Vocabulary und Test Cases.

OWL um Bedeutung auszudrücken

Die OWL baut auf RDF auf und soll genutzt werden, um die Bedeutung eines Ausdrucks explizit zu beschreiben. Diese Darstellung von Inhalten und deren Beziehung untereinander wird als Ontologie bezeichnet. OWL bietet in dieser Hinsicht bessere Mittel als XML oder RDF alleine. Die nun verabschiedete Sprache baut auf Erfahrungen aus der akademischen Welt auf, das W3C nennt ausdrücklich die in den USA entwickelte "DARPA Agent Markup Language" (DAML) sowie den europäischen "Ontology Inference Layer" (OIL). Im Gegensatz zu diesen Vorläufern erhebt das W3C mit OWL den Anspruch, eine robuste und skalierbare Technologie entwickelt zu haben, die sich zur Beschreibung riesiger Datenbestände im Web-Maßstab eignen. (ws)