Von XP auf Vista: die Hardwareanforderungen sind beträchtlich

08.01.2007
Vista-Interessenten sollten nicht an Prozessor, Hauptspeicher und Grafikkarte sparen.

Die Marktforscher von iSuppli haben sich mit der Frage beschäftigt, welche Hardwareanforderungen der Wechsel von Windows XP auf Vista stellt. Microsoft selbst behauptet, als Minimalkonfiguration sei bereits ein Rechner geeignet, wie er vor zirka fünf Jahren handelsüblich war. Demnach reichen ein mit 800 Mhz getakteter 32- oder 64-Bit-Mikroprozessor, 512 MB Hauptspeicher, eine Grafikkarte mit SVGA-Auflösung (800 mal 600), eine 35-GB-Festplatte und ein CD-ROM-Laufwerk. Unter Laborbedingungen mag das funktionieren, doch alltagstauglich ist diese Konfiguration nicht.

Die Marktforscher von iSuppli empfehlen für Desktops entweder einen Dual-Core-Prozessor mit 2 GHz oder einen Single-Core-Chip mit 3 GHz. So ausgestattet, könnten Anwender auch auf künftige Vista-Upgrades sowie auf ressourcenfressende Anwendungen angemessen reagieren. Die Prozessoren von Notebooks sollten mit mindestens 1,5 Ghz getaktet sein - egal ob es sich um Single- oder Dual-Core-Modelle handelt.

Grundsätzlich sind laut iSuppli die heutigen Dual- und Quad-Core-Prozessoren besser für den Vista-Einsatz gewappnet als Modelle mit nur einem Rechenkern. Wer sich für Intels Core 2 Duo entscheide, benötige allerdings nicht die teure Highend-Variante E6700. Der nicht einmal halb so teure Low-end-Chip E6400 reiche völlig aus.

Zur Hauptspeicher-Ausstattung sagen die Analysten, die heute weit verbreiteten DRAMs mit Kapazitäten von 512 MB oder 1 GB seien - anders als von Microsoft behauptet - kaum ausreichend. Eine realistische Speicherkonfiguration liege in der Größenordnung von einem bis zwei GB. Vor allem Unternehmen sollten daran denken, ihre Rechner so auszustatten, dass sie auch für künftige Anforderungen gerüstet seien.

Derzeit ist der Kauf Vista-geeigneter Rechner noch mit beträchtlichen Kosten verbunden. Ein PC-Hersteller zahlt für 512 MB Speicher (533 MHz DDR2 DRAM) rund 40 Dollar, 1 GB schlägt mit 90 Dollar zu Buche. Ein 2-GB-DRAM-Chips liegt demnach rein rechnerisch bei rund 180 Dollar im Einkauf, doch die PC-Hersteller setzen bei ihren neuesten Modellen auf eine hohe Marge, verlangen also deutlich mehr.

Die Aero-Oberfläche stellt hohe Anforderungen an die Grafikkarte.
Die Aero-Oberfläche stellt hohe Anforderungen an die Grafikkarte.

Neben Prozessor und Hauptspeicher ist die Grafikhardware ein wesentlicher Kostenpunkt beim Vista-Upgrade. Das neue Betriebssystem enthält die dreidimensionale grafische Benutzerschnittstelle "Aero", die jedoch bei Bedarf abgeschaltet werden kann. Anwender arbeiten dann mit einer Oberfläche, die der von Windows XP optisch nahe kommt. Wer Aero nutzen möchte, sollte nicht an der Grafikkarte sparen und ein fortgeschrittenes Modell zum Preis von mindestens 100 Dollar kaufen. Allerdings gibt es auch erste PC-Modelle mit neuen Chipsets, die eine Aero-taugliche Grafik enthalten. Unternehmen sollten jedoch zunächst ausgiebig darüber nachdenken, ob sie die die dreidimensionale Aero-Technik überhaupt brauchen und ob sich diese nicht möglicherweise sogar negativ auf die Produktivität der Mitarbeiter auswirkt.

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