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Von Pierer: "Das Beste hat Siemens noch vor sich."

03.12.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf der gestrigen Bilanz-Pressekonferenz in München verkündete der Siemens-Konzernchef Heinrich von Pierer eine positive Bilanz für das Geschäftsjahr 1998/1999 sowie weitere ehrgeizige Umstrukturierungsmaßnahmen. Der Umsatz des Elektronikriesen ist im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 134,1 Milliarden Mark gestiegen, der Auftragseingang ebenfalls um 14 Prozent auf 136 Milliarden Mark. Das operative Ergebnis legte um 37 Prozent auf 3,65 Milliarden Mark zu. Für das neue Geschäftsjahr erwartet Siemens ein Umsatzwachstum im einstelligen Prozentbereich und ein Ergebniswachstum, "das gut darüber liegt," so von Pierer wörtlich.

Von Pierer will die bereits begonnenen tiefgreifenden Umstrukturierungen bei Siemens auch im kommenden Jahr fortsetzen. Nach der Veräußerung der Bereiche Elektromechanische Komponenten, Siemens Nixdorf Retail and Banking Systems sowie der Vakuumschmelze seien nun auch erste Aktivitäten bei den Nachrichtenkabeln verkauft worden. Zudem sollen weitere Einheiten veräußert werden, die von Pierer jedoch noch nicht nennen wollte. Im Frühjahr 2000 plant der Konzern, den ausgegliederten Halbleiterbereich Infineon Technologies AG an die Börse in Frankfurt und New York zu bringen. Die aus den Spin-offs und Börsengängen erzielten Einnahmen will Siemens vor allem in den Ausbau des Bereichs Internet-Technik stecken. Von Pierer rechnet damit, daß der Umsatz mit dem IP-(Internet Protocol)- und Datengeschäft von derzeit 2,6 auf vier Milliarden Mark im kommenden Fiskaljahr steigen wird. Damit sei "die Kriegskasse gut gefüllt", verkündete der

Siemens-Reformierer.

Vom derzeitigen Börsenhöhenflug der Siemens-Aktie beflügelt, kommentierte von Pierer: "Vor kurzem wurde unsere Aktie noch als ´Witwen- und Waisen-Papier´ verspottet, und jetzt ist daraus ein Titel mit Phantasie geworden, der den DAX outperformed." Während der DAX im letzten Siemens-Geschäftsjahr (1. Oktober 1998 bis 30. September 1999) um etwa 25 Prozent gestiegen sei, habe die Siemens-Aktie im selben Zeitraum um über 90 Prozent zugelegt.