Hybride Cloud-Strategien für den Mittelstand

Die Cloud als Innovationstreiber: Ganzheitliche Strategien, Konzepte und praktische Ratgeber für Ihr digitales Business.

Cloud-Projekte managen

Von einer Abhängigkeit in die nächste

20.09.2020
Cloud-Projekte sind wesentlich komplexer als klassische IT-Vorhaben. Es geht um die richtige Anbindung, um Continuity, Compliance und Datenschutz. Wir zeigen, was zu einem guten Projektplan dazugehört.

Die Cloud hat die Art der Bereitstellung von IT-Ressourcen revolutioniert. Statt langer Provisionierungs- und Abschreibungszyklen lassen sich Server, Plattformen und Applikationen heute per Knopfdruck buchen und ebenso schnell wieder abbestellen. Diese Einfachheit führt allerdings häufig dazu, dass Cloud-Ressourcen unüberlegt und ohne strategische Integration in ein Gesamtkonzept genutzt werden. Die Folge können hohe Kosten, Sicherheitsrisiken und massive Probleme bei Usability und Performance sein.

Der Weg in die Cloud erfordert eine sorgfältige Vorbereitung.
Der Weg in die Cloud erfordert eine sorgfältige Vorbereitung.
Foto: Tanawat_intawong - shutterstock.com

Daher sollten Cloud-Projekte sorgfältig vorbereitet werden, rät Yannick Feuser: "Die typischen Projektphasen 'Plan - Build - Run' verschieben sich drastisch", sagt der Leiter Service und Consulting im Bechtle IT-Systemhaus Offenburg, "Wir haben in Cloud-Projekten einen deutlich größeren Planungs- und Abstimmungsaufwand, als dies in klassischen IT-Projekten der Fall war."

Warum die Planungsphase so wichtig ist, führt Feuser auf drei Gründe zurück:

  • Die Zahl an Services, Cloud-Applikationen und Marktplatzangeboten ist riesig und überfordert viele Unternehmen. "Oft fehlt es Kunden an Personal und Know-how, diese Fülle zu sichten und zu evaluieren", erklärt Feuser.

  • Fehlentscheidungen haben gravierende Folgen und sind nur schwer zu korrigieren. "Wenn Dienste falsch dimensioniert werden oder komplett am Bedarf vorbeigehen, kostet das viel Geld und kann unter Umständen den Erfolg eines Cloud-Projekts gefährden", warnt der Bechtle-Experte. Diese Gefahr ist alles andere als theoretisch. Schätzungen des Marktforschungsunternehmens IDC zufolge kam es 2019 in 85 Prozent der Unternehmen zu einer "Cloud Repatriation", das heißt Ressourcen wurden wieder zurück ins unternehmenseigene Rechenzentrum migriert.

  • Beim Gang in die Cloud seien zahlreiche Abhängigkeiten zu beachten, so Feuser weiter. "Klassische Systemingenieure sind damit in der Regel überfordert."

Daher beginnt das Projektmanagement bei Bechtle schon in der Pre-Sales-Phase. "Es braucht Experten, die aus der Adlerperspektive auf das Business des Kunden blicken können", sagt Feuser. Deren Aufgabe ist es unter anderem, Randthemen wie Anbindung, Datenschutz, Compliance und Governance zu berücksichtigen. Zu diesem Zweck setzt Bechtle in Cloud-Projekten auf erfahrene Business- und Solution-Architekten. "Mit deren Expertise können wir ein wirklich sauberes Bild vom Ist zum Soll zeichnen", betont Feuser. "Und diese Analyse ist die Grundlage für eine professionelle Projektsteuerung."

Verfügbarkeit ist keine Selbstverständlichkeit

Unternehmen sollten in der Planungsphase auch Themen wie Disaster Recovery und Business Continuity berücksichtigen. "Obwohl Cloud-Umgebungen als hochverfügbar, performant und nahezu unbegrenzt skalierbar gelten, können auch Cloud-Dienste ausfallen oder wegen einer gekappten Zugangsleitung nicht zur Verfügung stehen", erläutert Feuser.

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Das Bechtle Cloud-Vorgehensmodell

Bechtle vierstufiges Vorgehensmodell

Von jetzt auf Cloud in vier Schritten

Bechtle hat ein mehrstufiges Vorgehensmodell entwickelt, das Unternehmen zu einer perfekt angepassten und sicheren Cloud-Lösung verhilft.

Alles zum Vorgehensmodell

Daher sollte im Projektmanagement immer auch der "K-Fall" berücksichtigt werden. Fallen Cloud-Services aus, erfassen Checklisten und Ablaufpläne detailliert, was zu tun ist, damit ein Unternehmen arbeitsfähig bleibt.

Solch strukturierte Vorarbeiten helfen auch bei Haftungsfragen. "Wer ist für welchen Teil der Service-Erbringung verantwortlich? Wer ist der Ansprechpartner bei Ausfällen, wie sind die Prozesse? Wie hoch sind die Pönalen bei Nichterfüllung?", nennt Feuser die wichtigsten Aspekte.

Vor allem kleineren und mittelständischen Kunden würden häufig nur Standard-Serviceverträge angeboten, während großen Unternehmen Premiumkonditionen erhielten. "Hier kann die Zusammenarbeit mit einem starken Partner wie den Bechtle-Systemhäusern hilfreich sein, der über Premiumverträge und den direkten Zugang zu allen großen Cloud-Providern verfügt."

Kein Cloud-Projekt ohne Change-Management

Die Migration in die Cloud verändert grundlegend die betroffenen Prozesse und die Unternehmensorganisation. Das erfordert es, dass sämtliche Unternehmensebenen und -bereiche zusammenarbeiten - vom CEO über die IT-Abteilung bis hin zu den Fachbereichen.

"Besonders im IT-Umfeld haben viele Mitarbeiter Angst, ihren Job zu verlieren", hat Feuser beobachtet. Diese Bedenken zu adressieren, sei ein wichtiger Erfolgsfaktor. "Es braucht viel Feingefühl, um die Kollegen auf diese Reise mitzunehmen und ein Umdenken zu bewirken."

Für die Projektplanung bedeutet das: Business- und Solution-Architekten müssten sich auch als Change-Manager verstehen und den Veränderungsprozess moderieren.

Wasserfall oder agile Methodik?

Welche Projektmanagementmethode vom Einsatz kommt, hängt laut Feuser stark vom Einzelfall ab: "Es kommt immer auf die organisatorischen und kulturellen Voraussetzungen beim Kunden an, vor allem aber auch darauf, um was für ein Cloud-Projekt es sich handelt". Schließlich sei es ein Unterschied, ob Microsoft 365 eingeführt werden soll oder die gesamte IT in die Cloud verlagert wird.

Bechtle selbst verwendet die Projektmanagementmethode "Bechtle fair Project". Sie basiert auf der prozessorientierten und skalierbaren "PRINCE2"-Methode (Projects in Controlled Environments) und erweitert diese um Tools, Templates und Trainings zum praktischen Einsatz in den Bechtle IT-Systemhäusern. "Unser Ansatz folgt im Prinzip dem klassischen Wasserfallmodell", sagt Feuser, "wir integrieren aber auch agile Komponenten, wenn es das Projekt erfordert."

Fazit

Vor allem kleinere und mittelständische Kunden sind von der Komplexität von Cloud-Projekten oft überfordert, denn Cloud-Provider bieten in der Regel nur großen Unternehmen direkten Support. Daher ist es nützlich, schon bei der Planung einen Partner hinzuzuziehen, der Cloud-Ressourcen skalieren und orchestrieren kann und für einen sauberen Betriebsübergang sorgt.

Dazu hat Bechtle ein mehrstufiges Vorgehensmodell entwickelt, das Unternehmen zu einer perfekt angepassten und sicheren Cloud-Lösung verhilft. Nur so lassen sich die Potenziale der Cloud heben, ohne die Sicherheit und Handlungsfähigkeit eines Unternehmens zu gefährden.