Arbeiten in der IT

Von der Mathematik und Elektrotechnik zur Informatik

13.07.2021
Anzeige  In die IT-Welt führen unterschiedliche Wege, wie unser Gespräch mit Sonja Wegner und Silke Tautorat zeigt. Beide arbeiten für den IT-Dienstleister QAware.
Frauen sind beim IT-Dienstleister QAware noch nicht in der Mehrheit, aber auch keine Ausnahme mehr.
Frauen sind beim IT-Dienstleister QAware noch nicht in der Mehrheit, aber auch keine Ausnahme mehr.
Foto: QAware

Silke Tautorat verantwortet als Head of Division in Mainz den Erfolg von Projekten beim Kunden Deutsche Telekom. 2015 wechselte sie als Projektleiterin zu QAware, nachdem die studierte Elektrotechnikerin als Produktmanagerin bei T-Online und Projektleiterin bei der Deutschen Telekom gearbeitet hatte.

Silke, wie war dein Weg in die Informatik?

Silke: Ich habe Elektrotechnik studiert und hatte bereits eine Affinität zur Technik. Während meines Studiums bin ich mit Informatiker*innen in Berührung gekommen. Nach dem Studium bin ich ins Produktmanagement eingestiegen. Das war sehr Technik- und Internet-lastig. Irgendwann bin ich vom Kunden zum Dienstleister gewechselt - aus Begeisterung für das Unternehmen, so bin ich in der Informatikbranche gelandet.

Silke Tautorat studierte Europäische Elektrotechnik an der Fachhochschule Osnabrück. Vor ihrem Einstieg bei QAware war sie Produktmanagerin bei der T-Online International AG und Projektleiterin bei der Deutschen Telekom.
Silke Tautorat studierte Europäische Elektrotechnik an der Fachhochschule Osnabrück. Vor ihrem Einstieg bei QAware war sie Produktmanagerin bei der T-Online International AG und Projektleiterin bei der Deutschen Telekom.
Foto: QAware

Sonja Wegner verantwortet als Head of Division den technischen Erfolg von Projekten im Bereich Aftersales beim Kunden BMW. Ihre aktuellen Schwerpunkte sind Design und Implementierung komplexer Systeme und Software-Architekturen.

Sonja, du hast Mathematik an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn studiert, wie kamst du zur IT?

Sonja: Im Studium hat mich zunächst die reine Mathematik interessiert. Ich musste allerdings für einige Vorlesungen Programmieren, was ich anfangs furchtbar fand. Später begeisterte mich das Programmieren und angewandte Arbeiten immer mehr und ich spezialisierte mich auf Informatik-nahe Fachgebiete der Mathematik. Am Ende meines Studiums war mir dann klar, dass ich genau dabei bleiben möchte. In der Schule hatte ich nie Informatik-Unterricht und hätte auch nie daran gedacht, Informatik zu studieren. Über den "Umweg Mathematik" bin ich aber doch zur IT gekommen.

Sonja Wegner ist Head of Division bei QAware. Sie verantwortet den technischen Erfolg von Projekten im Bereich Aftersales beim Kunden BMW. Ihre Schwerpunkte sind Design und Implementierung komplexer Systeme und Software-Architekturen.
Sonja Wegner ist Head of Division bei QAware. Sie verantwortet den technischen Erfolg von Projekten im Bereich Aftersales beim Kunden BMW. Ihre Schwerpunkte sind Design und Implementierung komplexer Systeme und Software-Architekturen.
Foto: QAware

Welche Erwartungen hattest du an deinen Berufseinstieg in einer IT-Branche?

Sonja: Keine sehr klare Erwartung. Ich ging davon aus, dass ich einen Großteil meiner Arbeit programmieren werde. Ziemlich schnell merkte ich, dass noch mehr dazu gehört, etwa die Software zu testen und professionelles Tooling. Rückblickend würde ich sagen: Programmieren ist ein Handwerk, das man lernen kann und muss.

Silke, welche Erwartungen und Gedanken hattest du beim Wechsel in ein Softwareprojekthaus?

Silke: Am Anfang dachte ich mir, wow, das wird ein Brett mit so ganz vielen Informatik-Nerds und Programmierern zusammen zu arbeiten, bei denen ich nicht von Haus aus mitreden kann. Dann stellte ich fest: Aufgrund der Struktur der Firma kann ich immer jemanden fragen, werde unterstützt und kann mich super auf die Kollegen verlassen. Dieses Umfeld hat Einarbeitung und Ankommen sehr erleichtert. Es sind alles super aufgeschlossene Menschen, und auch die Kultur trägt dazu bei.

Wie geht es euch als Frauen in der Informatik?

Silke: Ich habe mich noch nie explizit mit dem Thema auseinandergesetzt. Bestimmt werde ich anders wahrgenommen. Ich habe aber nie gemerkt, aufgrund meines Geschlechts anders behandelt zu werden. Man ist noch etwas Besonderes als Frau in der IT. Das lässt aber nach. Allein bei uns sind schon viele Neuzugänge Kolleginnen.

Sonja: Dass es immer noch so wenig Frauen in der Informatik gibt, war für mich bei der Berufswahl ehrlich gesagt nie ein Thema. Ich habe gefühlt schon mein ganzes Leben alles gemacht, egal ob eher "typisch Junge" oder "typisch Mädchen".

Was empfehlt ihr Quereinsteiger*innen, die in die IT möchten?

Silke: Der Einstieg in die Informatik geht immer, sofern man Interesse und Vorbildung mitbringt. Wir leben eine Kultur, in der man viel lernen kann. Eine gewisse Technik-Affinität sollte vorhanden sein. Man sollte sich dafür interessieren, was passiert, wie das Geschäft läuft und stets neugierig bleiben. Wir wollen die Besten, aber wir unterstützen gute Quereinsteiger*innen darin, sich zu den besten Informatiker*innen entwickeln zu können.

Sonja: Das Wichtigste ist, sich zu trauen und keine Angst davor zu haben, dass man nicht alles kann. Ansonsten viel ausprobieren, rechts und links ein bisschen umschauen, sich Hilfe holen. Gerade bei uns funktioniert das super gut, die Kollegen sind alle nett und hilfsbereit und unterstützen da auch. Man darf sich ruhig auch trauen zu sagen, welche Sachen man nicht weiß. Bei einer Jobssuche würde ich Wert auf ein sinnvolles Ausbildungsangebot legen, gerade dann, wenn ich als Quereinsteiger anfangen möchte.

Vielen Dank euch beiden für das sympathische und offene Gespräch.

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