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VoIP-Anbieter Vonage erhält 35 Millionen Dollar Risikokapital

25.11.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der US-Anbieter von Internet-Telefonie-Diensten Vonage konnte sich in einer neuen Finanzierungsrunde 35 Millionen Dollar beschaffen. Mit dem Geld will das Startup aus Edison, New Jersey, sein Angebot ausbauen und weiter expandieren. So plant Vonage, einen Teil des Venture-Capitals für den Gang nach Europa zu nutzen. Außerdem will die Company im nächsten Jahr mit ihrem Service alle 50 US-Bundesstaaten und einen Großteil Kanadas abdecken. Wenn alles klappt, schreibe das Unternehmen ab Mitte 2004 schwarze Zahlen, so Finanzchef John Rego.

Leadinvestor war die Risikokapitalgesellschaft New Enterprise Associates (NEA). Sie würdigte mit ihrem Einstieg den Umstand, dass Vonage mit 71000 Kunden innerhalb kurzer Zeit zum führenden Anbieter von VoIP-Telefonie-Services aufgestiegen ist. Grund für den Erfolg ist ein Geschäftsmodell, das Managern herkömmlicher TK-Konzerne den Angstschweiß auf die Stirn treibt: Privatkunden von Vonage können für 35 Dollar im Monat über eine bestehende Breitbandverbindung unbegrenzt innerhalb der USA und Kanada telefonieren. Die Nutzer müssen sich dabei nicht mit Computer und Mikrofone plagen, sondern erhalten ein VoIP-Telefon von Cisco gestellt.

Trotz eifriger Versuche der Telefongesellschaften ist es bislang noch nicht gelungen, dem geschäftsgefährdenden Treiben von Vonage und anderen VoIP-Anbietern einen Riegel vorzuschieben. Im Gegenteil: Im vergangenen Monat wollten verschiedene US-Bundesstaaten die Company in die Pflicht nehmen, öffentliche Dienste wie die Notrufnummern durch einen Obulus mitzufinanzieren. Vonage antwortete daraufhin, dies sei bereits seit längerem Usus, und weist inzwischen die Gebühr auch auf ihren Rechnungen aus. (mb)