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Vodafone überrascht die Mobilfunkbranche

13.11.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der britische Mobilfunkkonzern Vodafone konnte den Umsatz in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 2002/2003 (Ende: 31. März) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 67 Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar steigern. Das Unternehmen profitierte dabei unter anderem von der erstmaligen Konsolidierung der japanischen Beteiligungen J-Phone und Japan Telecom. Ohne Zukäufe betrug das Umsatzwachstum 14 Prozent.

Der Vorsteuergewinn vor Goodwill-Abschreibungen und anderen Sonderposten wuchs um 41 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro an. Bedingt durch hohe Wertberichtigungen musste Vodafone jedoch einen Nettoverlust von 6,9 Milliarden Euro bekanntgeben. Den Briten gelang es dabei jedoch, das Defizit im Vergleich zum Vorjahr um rund die Hälfte zu verringern. Als weiteres Highlight meldete Vodafone, dass die primär durch den Erwerb von UMTS-Lizenzen entstandene Nettoverschuldung im Berichtszeitraum um elf Prozent auf 16,8 Milliarden Euro gesenkt wurde.

CEO Christopher Gent zeigte sich mit dem Ergebnis äußerst zufrieden, warnte allerdings vor überzogenen Erwartungen für das Gesamtjahr. "Niemand solle die Halbjahresbeträge verdoppeln und noch etwas draufschlagen", sagte Gent. Allerdings geht auch der Konzernchef im laufenden sowie im kommenden Geschäftsjahr von einem weiteren Wachstum bei Umsatz und Ergebnis aus.

Die deutsche Vodafone-Tochter D2 konnte die Einnahmen im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 3,6 Milliarden Euro steigern. Der operative Gewinn kletterte um elf Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie T-Mobile und E-Plus sieht der zweitgrößte Mobilfunkanbieter hierzulande noch keinen Berichtigungsbedarf auf die teuer erworbenen UMTS-Lizenzen: "Die zu erwartenden Umsätze decken die Investitionen", erklärte D2-Chef Jürgen von Kuczkowski. (mb)