Viveon AG: (Beratungs)-Business as unusual

27.03.2002
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Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.

Um das geplante Wachstum bewältigen zu können, wurden dort die Räume erst einmal neu verkabelt. Auch sonst hatte das Spinoff von seinem ehemaligen Arbeitgeber gelernt und legte viel Wert auf die internen Prozesse und eine skalierbare Organisation. Bis heute wird Geld nur für wenige Marketingmaßnahmen ausgegeben, dagegen leistete sich Viveon bereits nach kurzer Zeit ein ausgeklügeltes Web-basiertes Controlling-System, um die Arbeitsstunden zu dokumentieren, egal ob im Büro, zuhause oder unterwegs. "Reporting ist wichtig, das lernten wir schon zu CSC-Ploenzke-Zeiten", erläutert der Firmenchef. Auch sonst habe man effektive Arbeitsvorgänge einer großen Company implementiert.

Während ihnen CSC Ploenzke die kalte Schulter zeigte, wurden die Münchner von dem einstigen Firmengründer Klaus Plönzke mit offenen Armen aufgenommen. Ende November 2000 beteiligte sich die Plönzke Holding AG mit 15 Prozent an dem Startup. "Dabei waren wir in erster Linie nicht an dem finanziellen Investment, sondern an der damit verbundenen strategischen Partnerschaft interessiert", erklärt der Viveon-CEO. So verfügt Klaus Plönzke als Business Angel mit mehr als 45 Jahren Branchenerfahrung über einen gutem Ruf und öffnete das Tor zu einem großen Netzwerk. Dennoch habe man bislang alle Kunden selbst akquiriert.

Plönzke erkannte damals schon die Leistungsfähigkeit der Viveon AG, aber auch deren Hauptproblem: "Wenn jetzt noch qualifizierte Mitarbeiter in ausreichender Anzahl erkennen, welche Karrierechancen dieses Unternehmen bietet, steht einem steilen Aufwärtskurs nichts in Wege." An diesem Problem bastelten die Münchner bereits : So wurde kurz nach der Gründung die Personalabteilung ausgelagert und zusammen mit dem befreundeten ERM-(Employee-Relationsship-Management-)Dienstleister Andi Christl ein Konzept zur erfolgreichen Werbung und Bindung von Angestellten erarbeitet. Einige der "Zuckerl": Schnuppertage statt Probezeit, ein Willkommenspaket sowie ein spezielles Programm für die erste Woche. Außerdem bekommen die Neuzugänge ein Mitarbeiterhandbuch und ein Personalentwicklungskonzept in die Hände gedrückt, das künftige Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigt.

Um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu fördern, findet einmal im Monat ein Jour fixe mit anschließendem Event statt, zudem wurden den Mitarbeitern im Rahmen eines Aktienoptionsprogramm zehn Prozent der Anteile angeboten. Bestand kurz nach der Gründung wegen der großen Nachfrage das Problem, gute Mitarbeiter zu bekommen, sind viele Fachkräfte heute vorsichtig, nach der Krise in der New Economy bei einem kleinen und jungen Unternehmen anzufangen. Wie die wachsenden Mitarbeiterzahlen belegen, gelang es Viveon schon damals, Mitarbeiter von PriceWaterhouseCoopers, Cap Gemini und Co abzuwerben: So kletterte die Angestelltenzahl bereits nach neun Monaten Geschäftstätigkeit von sieben auf 39 Mitarbeiter. Derzeit sind 45 Personen für Viveon tätig, bis Jahresende sollen es 70 Angestellte werden. "Heute können wir insbesondere aufgrund der bei uns herrschenden Atmosphäre unzufriedene Mitarbeiter von den großen Beratern holen", erklärt

Gilmozzi.

Gilmozzis Tipps für Startups