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Vivendi und Vodafone greifen bei Vizzavi ins Ruder

08.01.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit drastischen Maßnahmen versuchen die Gesellschafter Vivendi und Vodafone das mobile Internet-Portal Vizzavi auf Profitabilität zu trimmen oder zumindest einen Teil ihrer Investitionen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro wieder einzukassieren. So sollen jetzt 100 der europaweit 800 Stellen gestrichen werden. Außerdem wird der Vorstandsvorsitzende Evan Newmark Ende des Monats durch den Marketingvorstand Guy Laurence ersetzt. Zusätzlich ändert sich das Geschäftsmodell des im Mai 2000 gegründeten Unternehmens: Nachdem es Vizzavi offenbar nicht gelungen war, genügend PC- und Handy-Kunden neben SMS-Diensten auch für gebührenpflichtige Zusatzinformationen sowie Entertainment-Angebote zu interessieren, wird die pauschale Umsatzteilung gestrichen. Statt 50 erhält Vizzavi

künftig nur noch fünf Prozent der Einnahmen aus den Telefongebühren. Im Gegenzug steigt die Beteiligung an den Erlösen aus der Vermarktung von Klingeltönen, Horoskopen und Handylogos auf rund 80 Prozent. Analysten bezweifeln jedoch, dass es dem Internet-Portal mit Hilfe des neuen Geschäftskonzepts gelingt, wie ursprünglich prognostiziert bis Ende 2003 schwarze Zahlen zu schreiben. Bislang konnte Vizzavi nur 6,3 Millionen Nutzer werben, unbestätigten Medienberichten zufolge schrieb das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 300 Millionen Euro.