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Virus legt US-Visaausstellung lahm

24.09.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aufgrund von Virenbefall versagte gestern Nachmittag weltweit das Computersystem, mit dem das US-Außenministerium den Hintergrund von Visa-Antragstellern durchleuchtet. In der Folge konnten keine Visa ausgestellt werden, denn ein Backup-System war nicht vorhanden. Das "Consular Lookout and Support System" (CLASS) enthält knapp 13 Millionen Einträge von FBI, State Department und Einwanderungsbehörde sowie weiteren Behörden und Geheimdiensten, darunter Datensätze von 78.000 potenziellen Terroristen.

Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge wurden die damit arbeitenden Stellen gestern per interner Mail darüber in Kenntnis gesetzt, CLASS sei aufgrund eines im System entdeckten Virus down. Eine Sprecherin des Ministerium äußerte sich offiziell nur schwammig. "Wir hatten einige Computerprobleme", erklärte Joanna Moore. "Sie arbeiten daran." Wie lange der Ausfall andauert(e) ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Das CLASS-System wurde nach den Terroanschlägen vom 11. September 2001 massiv ausgebaut.

Welches Virus genau den Ausfall verschuldete, ist nicht bekannt. In einer unabhängig von der Ausfallbenachrichtigung an Botschaften und Konsulate verschickten Message wurde laut "Journal" aber erwähnt, dass zumindest an einer Stelle der "Welchia"-Wurm entdeckt worden sei. Dieser nutzt wie sein mehr oder weniger zeitgleich aufgetauchtes Pendant "Blaster" Schwachstellen in nicht auf dem aktuellsten Patch-Stand befindlichen Windows-Installationen aus. (tc)