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Virus befällt Investment-Banken

01.12.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Juni dieses Jahres bekannt gewordene Computer-Virus "Worm.Explore.Zip" hat sich gestern in einigen amerikanischen Investment-Banken eingenistet. Betroffen sind nach amerikanischen Zeitungsberichten Bear Stearns, CW First Boston und die Banc of America Securities in San Franzisko. Letztere schaltete nach Börsenschluß aus Sicherheitsgründen sämtliche Systeme ab. Es gibt jedoch bis jetzt keinerlei Anzeichen dafür, daß Transaktionen nicht abgeschlossen werden konnten. Ein Sprecher des auf Sicherheitslösungen spezialisierten Softwarehauses Network Associates berichtete, fünfzehn Kunden - inklusive High-tech-Firmen - seien von dem Erreger befallen. Der Mitbewerber Symantec meldete drei Firmen mit Virenproblemen.

Das Virus "Worm.Explore.zip" - auch als "Troj_Explore.zip" bekannt - verbreitet sich wie der populäre Schädling "Melissa" per E-Mail (über das Mail Application Programming Interface = MAPI und Microsoft "Outlook") selbst weiter. Dazu verschickt es an alle Adressen im Posteingang des Mailprogramms eine E-Mail, die zum Öffnen des Dateianhangs "zipped_files.exe" verleitet. Der enthält wiederum das Virus. Die reine Infektion eines Systems geschieht aber auch ohne Outlook. Das Virus durchsucht nach seiner Aktivierung alle angeschlossenen Festplattenlaufwerke und macht eine Reihe von Dateien (darunter Word-, Excel- und Powerpoint-Dokumente) unbrauchbar, indem es deren Dateilänge auf 0 Byte setzt (CW Infonet berichtete).