Windows 10

Virtuelle Desktops mit Task View

11.09.2017
Von Peter-Uwe Lechner
Arbeiten Sie produktiv und nutzen Sie virtuelle Desktops in Windows 10 zum Ordnen laufender Programme in separaten Arbeitsbereichen. Mit etwas Übung und den Hotkeys fällt das Umschalten leichter.
Mit der neuen "Aufgabenansicht" in Windows 10 erstellen Sie virtuelle Desktops.
Mit der neuen "Aufgabenansicht" in Windows 10 erstellen Sie virtuelle Desktops.

Das strukturierte Arbeiten mit mehreren Anwendungen vereinfachen virtuelle Desktops. Damit lassen sich logisch getrennte Arbeitsbereiche anlegen, etwa für Internet, Büroarbeit und Bildbearbeitung. Die geöffneten Programme verteilen Sie auf die jeweiligen Desktops - so sehen Sie nur die Anwendungen, die Sie für die jeweilige Aufgabe benötigen.

In vielen Linux-Distributionen und auch unter Mac OS X gehören virtuelle Desktop schon seit vielen Jahren zur Standardausstattung. In früheren Windows-Versionen lassen sich virtuelle Desktops allerdings mit kostenlosen Programmen wie Dexpot leicht nachrüsten. Erst mit Windows 10 hat Microsoft die Funktionen der virtuellen Desktops fest in das Betriebssystem integriert. Sie sind fester Bestandteil der neuen Windows-Arbeitsumgebung - das macht Hilfsprogramme überflüssig. So kann man auch mit nur einem Monitor strukturiert und produktiv arbeiten und Multitasking in Windows 10 besser einsetzen.

Praktisch: Trotz Trennung der Fenster auf den virtuellen Desktops kann der Nutzer weiterhin wie gewohnt mit den Tastenkombinationen Alt-Tab und Windows-Tab durch alle geöffneten Anwendungen blättern.

Die mit Windows 10 neu eingeführte Funktion heißt in der Microsoft-Sprachregelung offiziell Aufgabenansicht (englisch: Task View) und lässt sich über ein zusätzliches Symbol in der Taskleiste steuern.

Neue virtuelle Desktops einrichten und aufrufen

Nach dem Start zeigt Windows 10 nur einen Desktop an. Zum Erstellen weiterer Desktops klicken Sie in der Taskleiste auf den Button "Taskansicht" mit den beiden überlappenden Rechtecken rechts neben der Suchleiste beziehungsweise der Suchlupe. Mit der Tastenkombination Windows + Tab springen sie ebenfalls in die Taskansicht. Windows dunkelt nun den Desktop ab und zeigt Miniaturen aller derzeit geöffneten Fenster oberhalb der Taskleiste an. Zu Beginn ist die Leiste bis auf eine Schaltfläche ganz rechts leer.

Neuen virtuellen Desktop öffnen: Klicken Sie unten rechts auf die Plus-Schaltfläche "Neuer Desktop". Windows 10 öffnet daraufhin unten am Bildschirmrand einen zweiten Desktop, auf dem Sie Fenster unabhängig vom ersten Desktop öffnen und anordnen können. Sie können auch ein Fenster direkt auf das Plus-Zeichen ziehen, dann legt Windows 10 ohne Umweg einen neuen Desktop für dieses Fenster an. So lassen sich beliebig viele Desktops erstellen. Sie können etwa einen Desktop für Office-Anwendungen wie Word, Excel oder Libre Office nutzen, auf einem zweiten Desktop Ihr Mailprogramm und den Browser anordnen und auf dem dritten Alternativ-Desktop Ihre Bildbearbeitung zusammen mit dem Foto-Browser und dem Tool für Online-Galerien starten. Auf jedem virtuellen Desktop sehen Sie stets nur die Fenster, die Sie für die jeweilige Aufgabenstellung gerade wirklich benötigen. Nicht benötigte Fenster sind währenddessen ausgeblendet.

Umschalten der virtuellen Desktops mit Echtzeitvorschau

Zum Hin-und Herschalten der Desktops klicken Sie wiederum in der Taskleiste auf den Taskansicht-Button und dann unten auf die gewünschte Desktop-Kachel. Wenn Sie nicht mehr wissen, auf welchem Desktop Sie ein bestimmtes Programm platziert haben, dann gleiten Sie ganz einfach mit der Maus in der Taskansicht über die Desktops. Auf dem abgedunkelten Streifen sehen Sie dazu eine Echtzeitvorschau aller von Ihnen erstellten Desktops. Der Kachelinhalt wird also beispielsweise auch während der Wiedergabe eines Films fortwährend aktualisiert. Beim Überfahren der Kacheln zeigt Windows 10 in der Bildschirmmitte die jeweils aktiven Fenster des Desktops als Vorschau an. Ein Klick auf eines der Fenster in der Vorschau öffnet den korrespondierenden Desktop und bringt das Wunschfenster nach vorne. Direkt aus der Vorschau heraus kann man Anwendungen übrigens auch beenden, ohne den betreffenden Desktop extra aufzurufen. Es genügt, den Mauszeiger im Vorschaubereich auf dem gewünschten Fenster zu platzieren und auf das "X" zu klicken.

Haben Sie ein Programm auf einem der virtuellen Desktops gestartet, so wird sein Symbol wie gewohnt in der Taskleiste von Windows 10 angezeigt - unabhängig davon, auf welchem Desktop das Fenster zu sehen ist.

Ein Klick auf das Anwendungs-Icon in der Taskleiste genügt und Windows 10 springt sofort zum korrespondierenden Desktop und holt das Fenster in den Vordergrund. Das Anspringen von Anwendungen über die Taskleiste macht einen manuellen Desktop-Wechsel in vielen Situationen überflüssig.

Sie können nun auf dem zweiten noch leeren Desktop beliebige Apps und Programm öffnen. Das Fenster einer Anwendung lässt sich leicht von einem virtuellen Desktop auf einen anderen verschieben. Klicken Sie zuerst auf das Symbol für virtuelle Desktops in der Taskleiste, dann suchen Sie in der Voransicht das Programm und klicken das Vorschaufenster mit der rechten Maustaste an. Gehen Sie jetzt im Kontextmenü auf "Verschieben nach" und wählen Sie den Ziel-Desktop aus. Vorlagen, über die sich Anwendungen stets auf einem zuvor festgelegten Desktop öffnen lassen, bietet Windows 10 aber nicht.

Desktops schneller mit Tasten wechseln

Einiges an Zeit bei der Nutzung virtueller Desktops in Windows 10 sparen Sie durch den Einsatz von parktischen Tastenkürzeln. Damit sind Sie vor allem beim Wechseln des gerade aktiven Desktops, aber auch beim Erstellen virtueller Arbeitsbereiche und beim Schließen nicht mehr genutzter virtueller Desktops deutlich schneller als mit Mausaktionen.

Einen neuen virtuellen Desktop erstellen Sie am Schnellsten mit der Tastenkombination Windows-Strg-D. Schließen lässt sich ein geöffneter virtueller Desktop blitzschnell durch Drücken des Hotkeys Windows-Strg-F4. Wie beim Schließen mit der Maus über das „X“ auf der Vorschaukachel verschiebt Windows die auf dem betreffenden Desktop geöffneten Fenster automatisch auf den benachbarten Arbeitsbereich. Zum nächsten virtuellen Desktop in der Liste springen Sie mit der Tastenkombination Windows-Strg-Pfeil-rechts. Dadurch entfällt das ständige Aufrufen der Desktop-Übersichtskacheln, wenn Sie beispielsweise nur zwei virtuelle Desktops aktiviert haben.

Zum Entfernen eines nicht länger benötigten virtuellen Desktops klicken Sie in der Taskleiste auf das Taskansicht-Icon. Dann setzen Sie den Mauszeiger unten auf den abgedunkelten Streifen auf den Desktop, den Sie schließen möchten. Windows 10 blendet nun ein "X" zum Löschen des Desktops in der rechten oberen Ecke der Vorschaukachel ein. Eventuell noch offene Fenster werden auf den benachbarten Desktop verschoben.

(PC-Welt)