Virtuell überfordert

23.01.1987

Trauerwein erfuhr von der Zukunft des Mainframe-Computers erst, als er (natürlich der Mainframe-Computer) keine mehr hatte. Als es noch die Performance-Regel war, mit dem knappen Kilo(bit) zu wuchern.

Hauptspeichermäßig wurde von den Herstellern seitdem zwar enorm viel getan, doch wußten die Datenverarbeiter mit dem unverhofften Memory-Reichtum offensichtlich wenig anzufangen.

Ein groteskes Beispiel dafür ist "Virtual Storage", auf Deutsch "Verschwendungssucht": Das potentielle Blank wird in VS Komma nichts zur "Eins rauf mit Mapping" - Null im Sinn. Zoffisticated, gell?

Aber es dreht sich hier um Speicher-Management, das heißt, es muß sichergestellt werden, daß der Overhead stets auf einem hohen Stand bleibt.

Bereitet Sebastian keine Kopfschmerzen, Systemverfügbarkeit zu vermeiden: Um etwa die Produktivität für IMS und CICS zu erhöhen, ist ihm kein VMweg zu weit.

Im Grunde seines Kernspeichers (Core) ist S. T. freilich ein Performance-Fan geblieben, den Data Processing unter "realen" Bedingungen reizt. Mit anderen Worten: VSAM ist grausam - und bei Gigabytes hört der Speicherspaß auf.

Sebastian Trauerwein

Information Resources Manager