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Viralg will illegalen Tauschbörsen den Garaus machen

20.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Ein finnisches Unternehmen namens Viralg Oy behauptet, einen Weg gefunden zu haben, um den unautorisierten Dateienaustausch über Peer-to-Peer-Netze drastisch einzuschränken. Die Startup-Company hat einen Algorithmus entwickelt, mit dem sich Dateien in Peer-to-Peer-Netzen korrumpieren lassen, ohne dass sie identifiziert werden können.

Viralg kann angeblich die Files manipulieren und dabei den Hash - eine Prüfsumme, die sich aus mehreren Kennzahlen einer Datei errechnet - unverändert lassen. Damit wird das Identifizieren und Herunterladen funktionstüchtiger Dateien für Benutzer von Tauschbörsen schwieriger. Bislang ließen sich manipulierte oder defekte Dateien anhand des Hash identifizieren und auf den Index setzen beziehungsweise vom File-Sharing-Programm ausfiltern.

Das Problem der Identifzierbarkeit potenziert sich noch dadurch, dass Benutzer von Filesharing-Programmen ihre Dateien meistens von mehreren Quellen beziehen. Mit Hilfe der Viralg-Technik gefälschte Dateien können sich mit nicht manipulierten vermischen und am Ende Musikstücke, Filme oder Games unbrauchbar machen.

Das Nachsehen habe nur der Nachfrager, der künftig statt eines illegal kopierten Inhalts eine Datei mit unbrauchbarem Content herunterlade, heißt es bei Viralg. Sein PC nehme keinen Schaden, ebenso wenig das Peer-to-Peer-Netz oder der Internet-Provider. Die Finnen erklärten, sie würden ihr Produkt seit 2003 gemeinsam mit dem finnischen Ableger des Musikriesen BMG testen - angeblich mit durchschlagendem Erfolg. Die mit Viralg geschützten Titel hielten sich wesentlich länger in den Charts, weil sie nicht mehr illegal verbreitet werden könnten. Außerdem wachse der Umsatz in Finnland überdurchschnittlich.

Viralg ist nicht der einzige Anbieter, der von sich behauptet, den illegalen Datenaustausch via Kazaa & Co. unterbinden zu können. In den Netzen wimmelt es von manipulierten Dateien und Fallen, um Benutzern das Handwerk zu erschweren. Zu den Firmen, die behaupten das Problem technisch in den Griff zu bekommen zählt unter anderem Loudeye. Dessen Tochter Overpeer arbeitet seit einigen Jahren mit Musik-Labels, Filmstudios und Spieleherstellern, um deren Inhalte vor illegaler Verbreitung zu schützen. Wie Viralg behauptet auch Loudeye, Inhalte mit 99prozentiger Sicherheit schützen zu können. (hv)