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VIPs marschieren ins Netz

21.05.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) – Das Internet entwickelt sich in den USA zu einer Spielwiese für diverse Persönlichkeiten. Geht es beispielsweise nach "Teddy" Turner, dem Sohn des Medien-Moguls Ted Turner ("CNN"), ist bald auch die Masse der weniger begüterten Amerikaner online. Turner Junior hat eigenen Angaben zufolge "einen digitalen Graben ausgemacht, der die Bevölkerung spaltet": Die einen hätten Internet, die anderen weder einen PC, noch Know-how. Mit TV-Set-top-Boxes will seine Firma Compu-Dawn eine günstige Brücke über diesen Graben schlagen und den Internet-Zugang für Jedermann ermöglichen. Bislang konnte die Firma rund 4000 Geräte an den Kunden bringen, will aber noch in diesem Jahr schwarze Zahlen schreiben.

Auch der ehemalige Chef von Walt Disney, Michael Ovitz, debütiert dieser Tage mit einem Web-Site-Netzwerk. Die Adresse Checkout.com werde nach Aussage des Initiators stark Entertainment-lastig, biete aber auch die Möglichkeit zum elektronischen Handel. In drei Unterportalen können ab Sommer Musik, Videos und Spiele erstanden werden. Momentan erwartet den Surfer allerdings nur ein Logo. Hauptsächlich gehe es darum, das Leben und Werk von Hollywood-Stars und Starlets darzustellen - allerdings ohne den sonst üblichen Klatsch und Tratsch, wie Ovitz betonte. Rund 25 Millionen Dollar verschlingt der Aufbau der skandalfreien Sites, darüber hinaus sollen einige Internet-Firmen gekauft werden.