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Vielen Peoplesoft-Mitarbeitern droht der Rausschmiss

14.01.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Oracle-Verantwortlichen machen kurzen Prozess. Bereits eine Woche nachdem die Übernahme Peoplesofts offiziell für abgeschlossen erklärt wurde, soll es Entlassungen geben. Dabei geht der Datenbankspezialist offenbar nicht zimperlich vor. US-Berichten zufolgen sollen die Betroffenen ihre Kündigung am heutigen Freitag oder Anfang kommender Woche per Mail nach Hause erhalten. Über den Umfang des personellen Kahlschlags herrscht noch Unklarheit. Experten vermuten jedoch, dass bis zu 6000 der insgesamt knapp 12 000 Peoplesoft-Mitarbeiter ihren Hut nehmen müssen.

In der IT-Branche stößt dieses Vorgehen auf Ablehnung. So nennt Joe Davis, ehemaliger Group Vice President bei Peoplesoft, Oracles Pläne als gefühllos. Personalexperten bezeichnen diese Art entlassen zu werden als herabwürdigend. Die Betroffenen hätten keine Gelegenheit, direkt jemanden persönlich darauf zu antworten. Sie warnen außerdem davor, dass Oracle möglicherweise Mitarbeiter vergraule, die gehalten werden sollen. Statt Keile in die Belegschaft zu treiben, sollten sich die Verantwortlichen um Integration bemühen.

Bereits im Vorfeld der Übernahme hatte das Oracle-Management personelle Maßnahmen als unausweichlich bezeichnet. Welche Änderungen der Firmenstrukturen in Deutschland anstehen, ist noch nicht bekannt. Oracle will am kommenden Dienstag, den 18. Januar, offiziell verkünden, wie das künftige Unternehmen aussehen soll. (ba)