Web

 

"Videospiele müssen realistischer werden"

07.08.2007
Von pte pte
"Realistische Grafiken reichen nicht, um ein Videospiel lebensecht erscheinen zu lassen", verkündete Glenn Entis, Chief Technical Officer von Electronic Arts (EA), auf der weltweit wichtigsten Grafik Convention, der Siggraph Conference in San Diego. Spiele müssten auch realistisch reagieren um das Erlebnis für die Konsumenten lebensnah zu gestalten. EA investiere ständig in die Weiterentwicklung des Verhaltens von Charakteren und die Steigerung des Realismusgrades der Umgebung. In Widerspruch zu dem Zitat von EA-CEO John Riccitielo - komplexe Videospiele würden die Konsumenten langweilen - stehe diese Aussage nicht, meint EA-Pressesprecher Martin Lorber: "Es geht darum, Spiele leichter zugänglich zu machen, ohne Spieltiefe und Realismus zu vernachlässigen."

Gleichzeitig stelle sich die Frage, wie realistisch ein Spiel überhaupt sein müsse. "Natürlich will ich, dass eine Fußballsimulation so nah wie möglich an der Wirklichkeit bleibt, während beispielsweise das Simpsons-Videospiel von einem bestimmten Abstraktionsgrad lebt", so Lorber. In beiden Fällen müsse jedoch die leichte Zugänglichkeit beachtet werden. "Der sogenannte Familyplay-Modus, der in FIFA`08 und anderen Sportspielen enthalten sein wird, ermöglicht es, Einsteigern das Spiel mit einfachsten Befehlen zu steuern, während erfahrene Spieler den realistischen Modus wählen können", erklärt Lorber die Strategie von EA.

Bei der Erschaffung von menschlichen Spielcharakteren sei ein hoher Realismusgrad am schwierigsten zu erreichen, so Entis. Menschen seien bei Bewegung und Verhalten der Figuren so sensibel, dass durch die kleinste Abweichung von der Wirklichkeit die aufwändigste grafische Gestaltung wertlos sei. "Die Spieler müssen aber eine Beziehung zu den Figuren aufbauen, die sie in Händen halten", meint Entis. In der kommenden Version des EA-Basketballspiels NBA Live kommt deshalb zum ersten Mal ein neues System zum Einsatz, das Emotionen und Bewegungen der Spielfiguren durch aufwändiges Motion Capturing kombiniert.

Ein weiteres Erfolgsrezept sei die Offenheit für die Mitgestaltung der Konsumenten. Untersuchungen hätten ergeben, dass mehr als die Hälfte der Spieler von Die Sims den größten Teil der Spielzeit mit dem Erstellen von Objekten und Charakteren verbracht hätten. Deshalb arbeite EA momentan an dem Titel Virtual Me, der dem Spieler weitreichende Möglichkeiten über das Aussehen des Spielcharakters überlassen soll. (pte)