Web

Interview mit Ingolf Ruge, Sprecher von Bayern Online International

"Verwaltungsvorgänge radikal vereinfachen"

14.06.2004
Unter dem Motto "Neue Netze, neue Dienste, neue Strukturen" startet am 22. und 23. Juni der Kongress Bayern Online International in München, den die COMPUTERWOCHE als Medienpartner unterstützt. Ingolf Ruge, Professor an der TU München und Sprecher der Veranstaltung, sieht den Nutzen neuer Netzdienste vor allem in einfacheren und schnelleren Geschäftsprozessen.

CW: Welches Ziel verfolgen Sie mit dem Kongress?

RUGE: Unser besonderes Anliegen ist es, Verwaltungsvorgänge mit Hilfe moderner Technologien radikal zu vereinfachen. Wir adressieren dabei ein breit gestreutes Publikum. Das geht vom einfachen Verwaltungsangestellten einer Behörde bis hin zum Geschäftsführer eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens.

CW: Wenn es um E-Government geht stehen deutsche Behörden im internationalen Vergleich im hinteren Mittelfeld. Skandinavische Länder und Großbritannien haben die Nase vorn. Woran liegt das?

RUGE: Das liegt an unserem Wohlstandsstaat, den es ja immer noch gibt. Welche Motivation sollte denn ein unkündbarer Angestellter in irgendeinem Landratsamt haben, mit Hilfe elektronischer Medien E-Government-Projekte zu unterstützen? Man darf allerdings nicht außer Acht lassen, dass gerade die skandinavischen Länder wegen der dünnen Besiedlung in gewisser Weise gezwungen sind, E-Government-Lösungen einzusetzen.

CW: Mangelt es hierzulande nicht auch an der Benutzerakzeptanz?

RUGE: Durchaus. Aktuelles Beispiel ist die geringe Resonanz auf den Virtuellen Marktplatz Bayern. Der Wille zur Veränderung ist in der Bevölkerung immer noch sehr gering; die Zahl derjenigen, die sich Internet-Techniken verweigern, verharrt auf hohem Niveau.

Inhalt dieses Artikels