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Verschlüsseltes Handy ab sofort erhältlich

01.06.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Münchner Hersteller Rohde & Schwarz hat mit dem "TopSec"-GSM-Handy ein Gerät auf den Markt gebracht, mit dem sich Telefongespräche verschlüsseln lassen. Die Technologie basiert auf dem "S35i"-GSM-Mobiltelefon von Siemens, dessen Hardware-Verschlüsselungsabteilung von Rohde & Schwarz Anfang Mai übernommen wurde. Das TopSec eignet sich nach Angaben des Unternehmens besonders für Geschäftsleute, Regierungsmitarbeiter und Strafverfolgungsbeamte.

Um ein Telefongespräch zu verschlüsseln, müssen die Anwender nach der Telefonnummerneingabe die mit dem Namen "Crypto" versehene Handy-Taste drücken. Die sichere Verbindung wird jedoch nur aufgebaut, wenn der Gesprächspartner ebenfalls ein TopSec besitzt oder ein Internet-Telefon nutzt, das entsprechend ausgerüstet ist.

Das dualbandige TopSec ist ab sofort für 3200 Euro erhältlich.

Kritik an dem Handy äußerte Michelle de Lussanet, Analystin bei dem Marktforschungsunternehmen Forrester Research: "Ich verstehe nicht, für welche Sprachnachrichten eine zusätzliche Verschlüsselung notwendig sein sollte." Schließlich sei in dem GSM-Standard bereits ein Verschlüsselungs-Protokoll enthalten. Zudem gibt es in vielen Ländern rechtliche Bestimmungen für TK-Betreiber, wonach diese den nationalen Sicherheitsbehörden ein Abhören der Gespräche ermöglichen müssen, wenn Verdacht auf kriminelle Aktivitäten vorliegt.

Stefan Böttinger, ein Sprecher von Rohde & Schwarz, bestätigte, dass es in einigen Ländern Beschränkungen für den Einsatz von Kryptographie-Handys gebe. Darüber informiere das Unternehmen seine Kunden jedoch anhand einer entsprechenden Länderliste.