Dienstreisen in Corona-Zeiten

Verpflichtung zur Geschäftsreise?

23.10.2020
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Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 20 Jahren. Langweilig? Nein, sie entdeckt immer neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und im eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisiert.
Viele Arbeitnehmer haben im Zuge der Corona-Pandemie Bedenken, Geschäftsreisen mit Flugzeug oder Bahn anzutreten. Lesen Sie, ob die Dienstreise ein Muss ist.
Besteht für Mitarbeiter die Verpflichtung, Dienstreisen auch während der Pandemie anzutreten? Anwältin Claudia Knuth kennt die Antwort.
Besteht für Mitarbeiter die Verpflichtung, Dienstreisen auch während der Pandemie anzutreten? Anwältin Claudia Knuth kennt die Antwort.
Foto: DimaBerlin - shutterstock.com

Claudia Knuth, Partnerin der Anwaltskanzlei Lutz/Abel in Berlin und Hamburg, ist als Rechtsanwältin auf Arbeitsrecht spezialisiert. Ihre Antwort: "Der Arbeitgeber muss den Arbeitsschutz des Mitarbeiters gewährleisten, ob im Büro, im Homeoffice oder auch während einer Dienstreise.

Ist das der Fall, kann er eine Dienstreise anweisen. Nach dem Weisungsrecht (§106 Gewerbeordnung) kann der Arbeitgeber in der Regel Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung nach billigem Ermessen näher bestimmen (also bei Abwägung beiderseitiger Interessen).

Corona-Dienstreisen: Einzelfallentscheidung

Weder Flugreisen noch den öffentlichen Nahverkehr stuft die Regierung aktuell als gefährlich ein. Mittlerweile sind jedoch viele Unternehmen dazu übergegangen, ihre Mitarbeiter mit dem Auto reisen zu lassen. Allerdings kann der Arbeitgeber den Mitarbeiter nicht zwingen, in ein ausgewiesenes Risikogebiet zu reisen.

Bei dieser Frage, Dienstreise ja oder nein, sollte man immer auf den Einzelfall schauen. Wenn jemand einer Risikogruppe angehört, fällt eine Interessenabwägung voraussichtlich gegen eine Dienstreise aus. Gegebenenfalls muss der Arbeitnehmer dann mit einem ärztlichen Attest nachweisen, dass er zur Gruppe der Risikopatienten gehört."