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Verlustreiche Beteiligungen verhageln Lintec-Ergebnis

06.08.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Lintec Information Technologies AG verbuchte nach vorläufigen Berechnungen im ersten Halbjahr 2002 einen Nettoverlust von 24,1 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der ostdeutsche PC-Hersteller und Distributor ein Minus von 1,4 Millionen Euro ausgewiesen. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sank von einem Plus von 4,8 Millionen Euro auf minus 4,4 Millionen Euro.

Ursache für das schlechte Abschneiden war zum einen die verlustreiche Tochtergesellschaft RFI Mobile Technologies. Aufgrund der schlechten Ergebnisse im vergangenen Geschäftsjahr (Ende: 30. Juni) entschied sich Lintec für eine umfangreiche Restrukturierung des Unternehmens. Dabei wird der zwar umsatzträchtige, aber ertragsarme Distributionsbereich eingestellt, statt dessen soll sich RFI künftig auf das Kerngeschäft mobile Geschäftslösungen rund um Bluetooth sowie auf Eigenmarken im Zubehörbereich konzentrieren. Zusätzlich schrieb Lintec die RFI-Beteiligungen sowie den Geschäfts- und Firmenwert der Tochter selbst weitgehend ab.

Außerdem entschloss sich das Unternehmen, die Finanzbeteiligung an dem insolventen Fotodienstleister Pixelnet komplett abzuschreiben. Ohne diese Massnahmen hätte Lintec nach eigenen Angaben ein leicht positives Ergebnis ausgewiesen.

Aufgrund der fortgeschrittenen Restrukturierung und positiver saisonaler Einflüsse rechnet Lintec für die zweite Jahreshälfte wieder mit einem erheblich besseren Ergebnis, im Schlussquartal soll sogar wieder ein operativer Gewinn erreicht werden. Durch die Abschreibungen und das schlechte Abschneiden im ersten Halbjahr wird jedoch die bisherige Jahresplanung hinfällig. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand nun einen Nettoverlust von 25,7 Millionen Euro bei Einnahmen von 229 Millionen Euro. Auch der bislang in Aussicht gestellte operative Gewinn bleibt aus, statt dessen rechnet das Unternehmen mit einem EBIT-Defizit von 8,5 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2003 will Lintec zwar nur noch einen Umsatz von 146 Millionen Euro erwirtschaften, aber mit 1,6 Millionen Euro wieder schwarze (Netto-)Zahlen schreiben. Ende März verfügte der ostdeutsche Konzern noch über Barmittel in Höhe von 6,1 Millionen Euro. Den vollständigen Quartalsbericht veröffentlicht

das Unternehmen aus Taucha bei Leipzig am 21 . August. (mb)