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Verlierer der Woche: Network Appliance

14.07.2006
Der Speicherspezialist schafft es nicht, sich von der Schwäche der Tech-Werte - speziell von EMC - zu lösen.

Innerhalb von drei Monaten stürzte die Aktie von Network Appliance (NetApp) von 38 auf 28 Dollar ab; allein in den vergangenen fünf Börsentagen verlor das Papier 19 Prozent an Wert. Schuld haben wie immer die anderen, in diesem Fall das Speicherschwergewicht EMC. Der Konzern hatte Anfang der Woche vorläufige Zahlen vorgelegt, die nicht an die eigenen Prognosen heranreichten. Zudem war das Börsenumfeld für Tech-Aktien allgemein schlecht. Hinzu kam eine kritische Analystenbewertung, in der NetApp vorgeworfen wurde, dass der Warenbestand auf das höchste Niveau seit dem Jahr 2000 geklettert ist. Abgerundet wurden die negativen Faktoren dadurch, dass die Aktie zwischenzeitlich als teuer eingestuft worden war.

Was hingegen für NetApp spricht, sind die Einnahmen und die Wachstumsraten: So steigerte der Anbieter seine Umsätze in den jüngsten beiden Quartalen jeweils um über 30 Prozent. Für den aktuellen Berichtszeitraum hat das Unternehmen einen Zuwachs der Einnahmen von 36 bis 39 Prozent prognostiziert. Zum Vergleich: Laut den Marktforschern von IDC soll der Markt für externe Speicher bis 2010 um jährlich 5,4 Prozent zulegen.

Zudem hat sich das Unternehmen nicht unerfolgreich positioniert: Eine im April 2005 geschlossene strategische Allianz mit dem Wettbewerber IBM gibt NetApp die Chance, potenzielle Kunden in Rechenzentren anzusprechen. Zudem kaufte das Unternehmen behutsam ein. Auch das Portfolio an eigenen Speicher-Tools wurde ausgedehnt. Laut Gartner stieg der Lizenzumsatz von NetApp mit Speichersoftware im vergangenen Jahr um 42 Prozent, während der Markt lediglich um neun Prozent zulegen konnte.

Im Hardware-Bereich ist das Unternehmen durch neue Highend-Speicher näher an EMC und Hitachi Data Sytems (HDS) herangerückt. Partnerschaften wurden mit Symantec und Filenet abgeschlossen. Folglich ist es nicht überraschend, dass sich inzwischen wieder die Stimmen mehren, die auf dem aktuellen Kursniveau von einer Gelegenheit zum Einstieg sprechen. (ajf)