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Verizon will Telefonbuch-Sparte abstoßen

05.12.2005
Mit den auf rund 17 Milliarden Dollar geschätzten Verkaufserlösen könnte der TK-Riese seine Schulden reduzieren und Investitionen in sein Kerngeschäft finanzieren.

Wie Verizon am gestrigen Sonntag bekannt gab, prüft der zweitgrößte US-Carrier nach AT&T derzeit den Verkauf oder die Abspaltung des Bereichs Verizon Information Services (VIS). VIS publiziert rund 1750 verschiedene Telefonbücher für 44 US-Bundesstaaten und Washington, D.C. Das Unternehmen betreibt zusätzlich die Gelbe-Seiten-Website Superpages.com. Gemessen an vergleichbaren Transaktionen könnte ein Verkauf der Sparte rund 17 Milliarden Dollar einbringen. Das würde dem Zehnfachen des operativen Profits von VIS im vergangenen Jahr entsprechen.

Das Geld käme Verizon zum gegenwärtigen Zeitpunkt gelegen: Das Unternehmen steht kurz vor dem Abschluss der 8,6 Milliarden Dollar schweren Übernahme von MCI und könnte sich anschließend stärker auf das Mobilfunk-, Breitband- und Unternehmensgeschäft konzentrieren. Auf dem Programm stehen unter anderem der Austausch der alten Kupfernetze durch Glasfaserverbindungen und der Einstieg ins IP-Fernsehgeschäft. Möglich wäre außerdem die Übernahme eines Mobilfunkbetreibers, um die Tochtergesellschaft Verizon Wireless zu stärken. Gleichzeitig hätte die in New York ansässige Telefongesellschaft die Chance, ihren Schuldenberg von 39 Milliarden Dollar zu senken.

Wie Verizon bekannt gab, wurden bereits die beiden Investmentbanken Bear Stearns und JPMorgan Securities als Finanzberater engagiert. Das Geschäft könnte schon 2006 abgeschlossen werden. (mb)