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Verhaltener Optimismus bei HP Deutschland

28.02.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Hewlett-Packard (HP) rechnet auch 2003 mit einer unsicheren Lage auf dem deutschen IT-Markt. "Ich teile den verhaltenen Optimismus in der Branche. Aber die Betonung liegt auf verhalten, nicht auf Optimismus", sagte der Chef der HP Deutschland GmbH, Menno Harms, anlässlich einer Bilanzpressekonferenz in Stuttgart.

Ohne Compaq hat die deutsche Niederlassung in ihrem Ende Oktober abgelaufenen Geschäftsjahr 4,1 Milliarden Euro Umsatz erzielt. Das sind zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Zudem konnte HP den Gewinn von rund 102 Millionen Euro im Vorjahr nicht ganz erreichen, so Harms, der für Deutschland in Zukunft keine genaue Zahlen mehr herausgeben will. "Das Jahr 2002 möchte ich einfach abhaken."

Als Konsequenz aus der Fusion mit dem früheren Konkurrenten Compaq, die seit November auch in rechtlicher Hinsicht abgeschlossen ist, sollen in Deutschland 1100 von 8300 Stellen abgebaut werden. Insbesondere bei Compaq gestalten sich die Kündigungen schwierig. Bislang sind erst 90 Compaq Mitarbeiter freiwillig ausgeschieden - 500 sollen es nach den Vorstellungen des Managements werden. Harms hofft trotzdem immer noch, betriebsbedingte Kündigungen vermeiden zu können. "Das ist ein Thema, das uns Sorgen bereitet", sagte der Manager.

Im laufenden Geschäftsjahr sollen das Ergebnis konstant gehalten und die Umsätze deutlich gesteigert werden. Vor allem in den Bereichen Großrechner und Dienstleistungen will der Computerkonzern seine Marktposition weiter ausbauen. Im Outsourcing-Geschäft liegt HP trotz eines Wachstums von 40 Prozent im vergangenen Geschäftsjahr nach wie vor nur auf Platz fünf in Deutschland. Einfachere, intuitiv zu bedienende Produkte sollen zudem das Consumer-PC-Geschäft ankurbeln. Dabei soll der Billigmarkt kein Tabu mehr für HP sein: "Wenn Aldi in diesem Bereich eine gesetzte Größe ist, gibt es unsere Produkte auch bei Aldi", so Regine Stachelhaus, Geschäftsführerin der Sparte für Drucker und Bildbearbeitung. (sp)