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Verdacht auf Absprachen: Kartellamt ermittelt gegen Deutsche Telekom

24.08.2004

Wegen des Verdachts auf Kungelei mit dem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) hat das Bundeskartellamt Ermittlungen gegen die Deutsche Telekom aufgenommen. Hintergrund ist die geplante Fusion von drei regionalen Kabelnetzbetreibern mit der KDA. Presseberichten zufolge hatte die Behörde Hinweise darauf erhalten, dass die KAD im Rahmen der Veräußerungsverträge zugesichert habe, der Telekom im Geschäft mit schnellen Internet-Zugängen keine Konkurrenz zu machen.

Kabel Deutschland hatte bereits im April die Übernahme der Kabelnetze in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg zu einem Gesamtpreis von 2,7 Milliarden Euro vereinbart (Computerwoche.de berichtete). Durch die Fusion mit den Betreibern Ish (Nordrhein-Westfalen), den baden-württembergischen Anbieter KabelBW (Baden-Württemberg) sowie Iesy (Hessen) würde das erst vor einigen Jahren auf Forderung der EU-Kommission zerschlagene Kabelnetz der Deutschen Telekom wieder zusammengeführt. Kabel Deutschland würde nach der Übernahme ein bundesweites Breitband-Kabelnetz betreiben und mehr als 17 Millionen Haushalte versorgen.

Wegen des Verdachts auf Kungelei könnten die Übernahmepläne von Kabel Deutschland weiter erschwert werden. Unabhängig davon befürchtet die Behörde, dass sich die marktbeherrschende Rolle von KDG nach der Fusion verstärken und der Markt remonopolisiert würde. In einem Zwischenbescheid hat das Kartellamt der KDG inzwischen mitgeteilt, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Firmenkäufe nicht erlauben wolle. (mb)