Verbandskommentar zum Telefax-Streit zwischen den Ministern:Post soll alle Fernkopierer-Gruppen zulassen

14.07.1978

OFFENBACH (ee) - Mit dem Hinweis auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, wonach "Gscheidles Telefax-Pläne verfassungswidrig sind", fordert der Verband der Postbenutzer die Bundespost auf, alle Telekopierer der Gruppen 1,

2 und 3 zum Telefaxdienst zusulassen; alle zugelassenen Telekopierer in das Teilnehmerverzeichnis unter zusätzlicher Angabe der Gruppe aufzunehmen und es auch

künftig dem Telefax-Teilnehmer zu überlassen, ob er seinen Fernkopierer an einen

Fernsprechhauptanschuß oder eine Nebenstelle anschließen laßt.

Nur so ist gewährleistet, argumentiert der Verband, daß im internationalen Nachrichtenaustausch vermeidbare Behinderungen unterbleiben.

Den Streit zwischen Bundespostminister Gscheidle und dem Wirtschaftsministerium kommentiert der Verband als "müßig", weil die Verfassungsrichter längst entschieden hätten, daß die Zulassung nur aus Gründen der Sicherheit und Störungsfreiheit des Fernmeldewesens versagt werden darf.

Verbandsgeschäftsführer Hüber: "Mit der Absicht, ausschließlich Geräte der - schnelleren - Gruppe 2 zuzulassen behindert die Bundespost die internationale Kommunikation. Beispielsweise haben sich die Postverwaltungen in Frankreich und Italien zunächst für die langsameren, aber auch billigeren Geräte der Gruppe eins entschieden. Die Behauptung der Bundespost, allein die Beschränkung -auf Fernkopierer der Gruppe zwei gewährleiste die Kompatibilität, trifft also nicht zu.