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Veraltete Software kostet Milliarden

10.12.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bevor neue Software ins Unternehmen kommt, ist sie Gegenstand sorgfältiger Betrachtungen. Läuft sie erst mal, schaut niemand mehr so genau hin, welchen Wertbeitrag sie eigentlich leistet. Diese Erkenntnis gewann Donovan Neale-May, Executive Direktor der Interessengemeinsacht BPM Forum aus einer Anwenderstudie, für die 226 IT- und Business-Profis befragt wurden. Ihr zufolge verschwenden 58 Prozent der Unternehmen mindestens fünf Prozent ihres jeweiligen IT-Budgets für Anwendungen, die sie nicht mehr brauchen und die deshalb auch keinen Mehrwert liefern. 23 Prozent der Befragten schätzen diese unnötigen Kosten sogar auf mehr als 15 Prozent ihrer jährlichen IT-Ausgaben.

Nur in wenigen Unternehmen existieren Methoden und Prozesse, um den Nutzen von Softwareinvestitionen zu messen oder wenigstens einwandfrei zu ermitteln, welche Applikationen überhaupt im Einsatz sind - ganz zu schweigen von einem System, um die vorhandenen Anwendungen qualitativ zu bewerten, so der Bericht des Forums, das den Einsatz von Tools und Techniken für das Business Process Management (BPM) forcieren will. Auf die Frage, wie oft sie einen unternehmensweiten Software-Audit vornehmen, antwortete nur jeder vierte Befragte mit "einmal im Jahr". 40 Prozent der Unternehmen tun dies immerhin dann, "wenn es eben nötig ist".

Einen Prozess dafür, wie sie überflüssig gewordene Software systematisch wieder loswerden können, haben der Studie zufolge höchstens 27 Prozent der Unternehmen. "Es hat mich doch sehr überrascht, wie wenig Aufmerksamkeit dem nachgelagerten Teil des Software-Lifecycle gewidmet wird, " sagte Neale-May. "Der Lifecycle setzt sich einfach fort, auch wenn er überhaupt keinen Wert mehr produziert." Das Geld, das hier im Sand versickert, könnte besser in neue Projekte investiert werden: "Hier wäre einiges rauszuholen, wenn die Unternehmen anfingen, mit Disziplin und Methode das Altern ihrer Software zu beobachten und zu entscheiden, wann es Zeit ist, sich von einer Anwendung zu trennen." Gesponsert wurde die Studie von den Softwareanbietern Cognizant Technologies und Borland Software Corp. (qua)