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VDI fordert mehr Technologieförderung

12.05.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf der Eröffnungsveranstaltung des Deutschen Ingenieurtags 2003 in Münster erklärte VDI-Präsident Hubertus Christ heute Morgen, Deutschland verspiele seine Zukunftschancen, wenn es nicht schleunigst in den internationalen Spitzenbereich der Technologieförderung zurückstoße. Verglichen mit anderen OECD-Ländern befände sich die Bundesrepublik mit öffentlichen Forschungsausgaben in Höhe von 2,5 Prozent des Bruttosozialprodukts lediglich auf Platz sieben.

Zwischen 2000 und 2002 seien die gesamten staatlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung nur um sechs Prozent gestiegen, beklagte Christ. In Schweden investierte der Staat 30 Prozent mehr, die USA legte um 25 Prozent zu. "Deutschland ist nach wie vor ein großartiges Land mit großartigen Chancen. Aber wir dürfen nicht in Selbstzufriedenheit erstarren, sondern müssen uns ranhalten, damit wir den Anschluss nicht verpassen", so der VDI-Präsident weiter.

Christ warnte, 20.000 fehlende Ingenieure pro Jahr brächten den Wirtschaftsstandort Deutschland in Gefahr. Nicht zuletzt müsse man den Anteil natur- und ingenieurwissenschaftlicher Absolventen erhöhen. Im OECD-Vergleich befände sich Deutschland hier lediglich auf Rang zehn. Wenige Ingenieure bedeuteten wenig Fortschritt - mit entsprechenden Folgen für Wirtschaftswachstum, Arbeitslosenzahlen, Staatsverschuldung und Inflation. Es gelte daher, die Rahmenbedingungen für Menschen mit Ambitionen deutlich zu verbessern. Das Mittelmaß dürfe nicht das Maß aller Dinge werden. (tc)