Amerikanische Regierung unterstützt SW-Schutz-Verfahren, aber:

User-Reaktion blockt Standardisierung

31.01.1986

WASHINGTON (CWN) - Das US-Justizministerium unterstützt jetzt Bestrebungen in der Softwareindustrie, mit Hilfe eines auf Hardware basierenden "Lock-and-Key-System"-Standards Programme gegen illegales Kopieren zu schützen. Angesichts der negativen Benutzerreaktionen haben allerdings mehrere bedeutende Software-Anbieter ihre Mitarbeit an dem Projekt wieder aufgekündigt.

Vorreiter bei den Versuchen, das gesetzwidrige Duplizieren von Software zu unterbinden, ist die Software- und Service-Organisation "Adapso" (Association of Data Processing Services Organization). Wie die Vereinigung kürzlich mitteilte, mußte die Software-Industrie durch unerlaubte Kopieraktivitäten Verluste von 800 Millionen Dollar im letzten Jahr und 1,3 Milliarden Dollar im Zeitraum 1981 bis 1984 hinnehmen.

Um hier Abhilfe zu schaffen, kündigte die Adapso inzwischen einen Standardisierungsentwurf für ein "Lock-and-Key-System" an, das auf einer Peripherieeinheit basiert, die mit einem RS232-Kommunikations-Port verbunden ist. Der Entwurf, so heißt es in der amerikanischen Hauptstadt, werde 90 Tage zur Diskussion stehen. Erst dann falle die Entscheidung über mögliche weitere Standardisierungsaktivitäten.

Prinzipiell unterstützt das US-Justizministerium das Vorhaben der Adapso. Um den Antitrust-Bestimmungen zu genügen, müsse sich ein möglicher Standard jedoch auf die "physische Verbindung und Kommunikation zwischen Teilen des autorisierten Systems beschränken."