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USA: UMTS-Auktion soll 20 Milliarden Dollar bringen

12.12.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Meinung des Chefs der künftigen Telekom-Tochter Voicestream, John Stanton, könnte die am Dienstag beginnende Versteigerung der amerikanischen UMTS-Lizenzen der US-Regierung Einnahmen von bis zu 20 Milliarden Dollar bescheren. Analysten gehen davon aus, dass die 87 zugelassenen Bieter am Ende zwischen zwölf und 18,5 Milliarden Dollar an den Fiskus zahlen werden. Das Auktionsverfahren unterscheidet sich deutlich von dem europäischen Modus. So müssen die erfolgreichen Bieter etwa die ersteigerte Frequenzen nicht für eine bestimmte Mobilfunktechnik einsetzen. Ihnen steht offen, ob sie damit bestehende digitale Netze ausbauen oder das zusätzliche Spektrum für schnelle Datendienste wie UMTS nutzen wollen. Außerdem gibt es keine landesweite Versteigerung, sondern 422 Lizenzen in insgesamt 195 Regionen, in denen rund 168 Millionen Menschen leben. Zu den wichtigsten Gebieten zählen Boston, Chicago, Denver, Los Angeles, New York,

San Diego, San Francisco und Seattle.

Nicht alle der 87 Wettbewerber dürfen für sämtliche 422 Lizenzen bieten. 170 sind für kleine Unternehmen reserviert. Deshalb haben die führenden Mobilfunkgesellschaften Allianzen mit Kleinunternehmen geschlossen, die die erfolgreich ersteigerten Frequenzen dann nach der Auktion an ihre Partner verkaufen können. So hat etwa AT&T Wireless eine Allianz mit Alaska Native Wireless geschlossen und Voicestream sich mit Cook Inlet zusammengetan. Um überhaupt an der Versteigerung teilnehmen zu können, mussten die Bieter eine Vorauszahlung leisten. Insgesamt flossen dadurch vor Auktionsbeginn rund 1,8 Milliarden Dollar in die Staatskasse. Je nach Höhe der Vorauszahlung können die Teilnehmer für alle oder nur für einen Teil der Lizenzen bieten.