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USA: Senat blockiert Internet-Steuer-Moratorium

19.10.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - US-Firmen müssen demnächst damit rechnen, Steuern auf elektronisch gehandelte Waren zu bezahlen, denn der US-Senat hat ein vor kurzem vom Repräsentantenhaus verlängertes Internet-Steuer-Moratorium (Computerwoche online berichtete) blockiert. Demnach wird das am kommenden Sonntag auslaufende vorläufige Verbot, eine so genannte "Sales Tax" (Vertriebssteuer) für im Internet gehandelte Waren zu erheben, nun doch nicht verlängert.

Auf traditionell gehandelte Waren erheben derzeit 45 US-Bundesstaaten sowie der Regierungsbezirk District of Columbia die Sales Tax. Viele Politiker setzen sich jedoch für eine zusätzliche Besteuerung des E-Commerce ein. Sie befürchten, dass die Zunahme des Internet-Handels sonst tiefe Löcher in die bundesstaatlichen Kassen reißen könnte. Eine vor kurzem veröffentlichte Studie der University of Tennessee schätzt die steuerlichen Einbußen in den kommenden zehn Jahren auf 440 Milliarden Dollar.

Analysten und Gesetzgeber rechnen jedoch nicht damit, dass die bundesstaatlichen und lokalen Regierungen nun sofort zu einer Besteuerung übergehen werden. Die Kritiker sehen das anders: Sie befürchten, dass eine E-Commerce-Besteuerung die US-Wirtschaft gerade in der derzeit empfindlichen Konjunktur weiter bremsen könnte.