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USA: High-Tech-Visa werden schon wieder knapp

17.05.1999

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Vier Monate früher als erwartet gehen den amerikanischen Einwanderungsbehörden bereits wieder die Visa für Nicht-US-Bürger mit High-Tech-Spezialkenntnissen aus. Beim letzten Stand der Zählung Ende März 1999 hatten die USA bereits 92 638 entsprechende Visa ("H1-B") ausgegeben. Im vergangenen Jahr hatte der Kongreß dem massiven Drängen der Industrie nachgegeben und die Zahl der begehrten Aufenthaltsgenehmigungen übergangsweise von 65 000 auf 115 000 angehoben. Das gesamte Kontingent dürfte nach Angaben des zuständigen Immigration and Naturalization Service (INS) im Juni ausgeschöpft sein, vier Monate vor Ende des Haushaltsjahres. "Wir haben keine Ahnung, warum die Nachfrage derartig steigt", erklärte INS-Sprecherin Eyleen Schmidt. "Wir wissen wegen der größeren verfügbaren Anzahl an Visa nicht einmal, ob die Nachfrage überhaupt gestiegen ist."

Die Politiker sind sich unterdes uneins, wie sie mit dem heiklen Thema umgehen sollen. "Dies ist der Beweis für einen echten Mangel an High-Tech-Arbeitskräften", meinte Senator Spencer Abraham, der im vergangenen Jahr eine Erhöhung der Visazahl befürwortet hatte. Er betonte auch die Notwendigkeit, die Jugend wieder stärker für Ausbildungen im High-Tech-Bereich zu interessieren. "Dies hat mit Arbeitskräftemangel nichts zu tun", erklärte indes Dan Stein von der Federation for American Immigration Reform (Fair). "Hier geht es um billige Arbeitskräfte und deren Ausbeutung. Die zusätzlichen Visa haben vor allem den Rekrutierungsprozeß in der Software- und IT-Industrie ruiniert."