USA: Apricot-Tochter macht sich selbständig

25.04.1986

FREMONT (CWN) - Die Apricot Inc., amerikanische Tochter des gleichnamigen britischen Mikroherstellers, gehört nicht mehr zur Muttergesellschaft. Zwei der Manager der kalifornischen Vertriebsfirma haben der Apricot Plc. den Ableger abgekauft und wollen künftig neben den englischen Rechnern auch Produkte anderer Fabrikate verkaufen.

Das lange Fehlen eines IBM-kompatiblen PC gilt in den USA als Hauptursache für das Scheitern von Apricot im Mutterland des "Personal Computing". Der englische Outsider, der - was die technische Seite betrifft - in den Fußstapfen von Sirius/Victor dem Outlaw-Image von Apple nachzurennen versuchte, hatte sich im US-Markt seit jeher schwer getan. Die neuen Herren in Fremont gehen jetzt Marktnischen wie etwa Videoshops an, wobei sie vor allem auf Kompatibilität ihres Sortiments zum PC-Standard achten wollen.

In der Bundesrepublik war Apricot schon im November letzten Jahres praktisch von der Bildfläche verschwunden. Damals wurde die deutsche Niederlassung in München scheinbar urplötzlich dichtgemacht. Den Vertrieb der Geräte, die lange Zeit nicht in einer FTZ-gerechten Ausführung lieferbar waren, übernahm seinerzeit der für seine Außenseiterrolle bekannte Distributor Martin Coyle (Entcom Electronics).