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US-Zeitungsverlage kaufen sich bei Aggregator ein

23.03.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die drei US-amerikanischen Verlage Gannett, Knight-Ridder und Tribune Company haben jeweils einen 25-prozentigen Anteil an der Aggregator-Site Topix.net erworben. Finanzielle Details der Transaktion sind nicht bekannt. Die in Palo Alto ansässige, nur neunköpfige Firma will nach Angaben ihres CEO und Mitgründers Richard Skrenta aber weiterhin unabhängig arbeiten und mit den neuen Mitteln "wie eine Start-up" wachsen.

Topix.net sammelt - wie auch die vergleichbaren Angebote von beispielsweise Google oder Microsoft MSN - Nachrichten aus verschiedensten Quellen, kategorisiert diese und bietet sie Kunden als Feeds mit thematischen oder lokalen Meldungen an. Geld verdient man mit kontextsensitiver Werbung und Lizenzierung.

Anbieter von Nachrichten und Aggregatoren verbindet derzeit eine komplexe Hassliebe - einerseits verschaffen die Sammeldienste den Content-Erstellern zusätzlichen Traffic, andererseits laufen sie ihnen zunehmend den Rang als primäre Anlaufstelle bei der Suche nach Informationen ab. Die Folge sind Streitigkeiten wie etwa die Klage der französischen Nachrichtenagentur AFP gegen Google Frankreich (Computerwoche.de berichtete).

Umso ungewöhnlicher ist die Beteiligung der drei Großverlage, die zusammen über 140 Zeitungs-Websites betreiben, an Topix.net. Der Sammeldienst hat ausdrücklich erklärt, die Quellen seiner neuen Eigentümer nicht bevorzugt behandeln zu wollen. Stattdessen setzt Skrenta eher auf Cross-Promotions und Anzeigengeschäfte.

Denkbar sei es beispielsweise, Jobangebote für Softwareentwickler von Careerbuilder.com (Knight-Ridder) in einem Topix-Feed mit Hightech-News laufen zu lassen. "Wir hätten diese Firmen sowieso wegen Online-Partnerschaften angesprochen, und das ist jetzt Teil des Pakets", so der Topix-Chef. "Sie haben eine Menge Assets einzubringen." (tc)