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US-Wirtschaftsministerium gibt ICANN eine Gnadenfrist

23.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das US-Wirtschaftsministerium hat ein Abkommen mit dem obersten Internet-Aufsichtsgremium Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) um ein Jahr verlängert, das der ICANN weiterhin die weltweite Verwaltung von Domain-Namen erlaubt. Allerdings hat das Ministerium deutlich gemacht, dass es mit der Arbeit des Gremiums unzufrieden ist. Insbesondere gehen den USA die Neustrukturierungen der ICANN-Organisation zu langsam voran.

Ursprünglich sollte die Aufsicht über die Domain-Namen bereits im Jahr 2000 komplett an die ICANN übergehen. Doch die USA sind mit den Strukturen des Gremiums nicht einverstanden. Sie sollen aus Sicht der US-Regierung mehr Transparenz bei Entscheidungsfindungsprozessen und künftigen Planungen bieten. In einer erneuerten Absichtserklärung haben das Wirtschaftsministerium und die ICANN sich daher darüber verständigt, dass die USA intensiver über Restrukturierungen unterrichtet werden. Bereits auf der nächsten ICANN-Tagung in Schanghai im kommenden Monat soll der Anfang des Jahres begonnene Änderungsprozess fortgeführt werden. Geplant ist unter anderem eine Neuordnung der Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Statt die Mitglieder wie bisher direkt zu wählen, soll das Gremium aus Mitgliedern verschiedener Interessensgruppen der Wirtschaft, Politik und Technik gebildet werden.

Das neue Abkommen läuft bis zum 30. September 2003. Das US-Wirtschaftsministerium wird außerdem quartalsweise über die Fortschritte im Umstrukturierungsprozess informiert. (mo)