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US-Senats-Veto bringt kleinere Web-Radiosender in Bedrängnis

21.10.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Einspruch eines US-Senators hat praktisch in letzter Minute verhindert, dass kleinere Web-Radios niedrigere Gebühren an die Plattenindustrie zahlen müssen. James Billington, der Librarian of Congress der USA, hatte Ende Juni festgesetzt, dass alle Internet-Radiostationen rückwirkend ab Oktober 1998 eine Gebühr von 0,07 Cent pro Song und Hörer zahlen müssen (Computerwoche online berichtete). Kleinere Anbieter sahen sich jedoch durch das Urteil in ihrer Existenz bedroht. Nach monatelangen Verhandlungen mit der Recording Industry Association of America (RIAA) konnten die kleineren Web-Radios nun einen Preisnachlass für sich aushandeln: Betreiber mit weniger als einer Million Dollar Umsatz pro Jahr, die durch die Vereinbarung in ihrer Existenz bedroht wären, sollten statt dessen

acht bis zwölf Prozent ihrer Einnahmen an die RIAA entrichten.

Ein anonym eingebrachter Einspruch eines US-Senators verhinderte jedoch am vergangenen Donnerstag, dass der Gesetzesentwurf unterzeichnet wurde. Presseberichten zufolge kam der Einwand von Jesse Helms, Senator des US-Bundesstaates North-Carolina. Wie sein Assistent erklärte, hatte Helms das Veto eingelegt, da die von ihm vertretenen religiösen Internet-Radiosender wegen ihrer geringen Größe kaum Mitsprachemöglichkeiten bei den Verhandlungen mit der Plattenindustrie hatten. Die Entscheidung wurde nun auf den 12. November vertagt. Da bis auf weiteres die normalen Gebühren gelten, ist zu befürchten, dass bis dahin eine Reihe der kleinen Web-Caster aufgeben müssen. (mb)