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US-Rechnungshof kritisiert "Datenverhau" im Pentagon

09.07.2004

Trotz langjähriger Modernisierungsbemühungen, die dem Steuerzahler Milliarden von Dollar kosteten, weisen im US-Verteidigungsministerium Tausende von Buchhaltungs-, Personal-Management- und Logistiksystemen "fundamentale Fehler" auf. Zu diesem Ergebnis kommt der US-Rechnungshof (General Accounting Office – GAO) in einem aktuellen Bericht. Die Probleme, deren Ursache primär ein Mangel an unternehmerischer Verantwortung und Steuerung sei, hätten im Pentagon zu einer veralteten Arbeitsweise geführt. So seien mehr als 200 Warenwirtschaftssysteme im Departement of Defense (DoD) bislang nicht integriert worden, ein Überblick über die rund 1,1 Billionen Dollar hohen Vermögenswerte des Pentagon falle daher schwer. Zusätzlich besitze das Ministerium keine standardisierte Vorgehensweise, um geschäftskritische Systeme zu identifizieren, geschweige denn eine klare Definition, was ein solches System ausmacht.

Resultat, so der Rechnungshof, seien Betrug, Verschwendung und Missbrauch in einem Ausmaß von mehreren Milliarden Dollar jährlich, und dies in Zeiten schrumpfender Steuereinnahmen. Als Beispiel für die Defizite im IT-Management verwies das GAO auf Material im Wert von 1,2 Milliarden Dollar, das in den Irak gesandt wurde, aber nie bei den US-Streitkräften ankam. Außerdem seien Milliardenbeträge für IT-Projekte verschwendet worden, die anschließend wegen ungenügender Resultate und zu hoher Kosten eingestellt wurden. (mb)