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US-Patentamt überprüft Microsofts FAT-Patent

14.06.2004

Das U.S. Patent and Trademark Office hat zugestimmt, das von Microsoft gehaltene Patent auf das Dateisystem FAT (File Allocation Table) zu überprüfen. Ein entsprechender Antrag wurde im April von der Public Patent Foundation (Pubat) eingereicht.

Nach Ansicht von Daniel Ravicher, Executive Director der Pubat, wurde das Schutzrecht vor sieben Jahren zu Unrecht vergeben, da die zu Grunde liegende Technologie bereits bekannt gewesen sei. Ravicher befürchtet, dass Microsoft seine Eigentumsrechte (Intellectual Property Licensing) nutzen könnte, um eine Unterstützung des Microsoft-Dateisystems durch Open-Source-Software zu verhindern.

In Frage ständen zum Beispiel die Module des quelloffenen Betriebssystems Linux, über die sich lesend und schreibend auf FAT-formatierte Laufwerke zugreifen lässt. Experten zufolge sind unter Umständen auch Schnittstellen des Samba-Protokolls betroffen, das zum Datenaustausch zwischen Linux- und Windows-PCs im Netz dient. Damit könne das Patent dazu dienen, Microsofts Monopolstellung zu erweitern und "der Öffentlichkeit immensen Schaden" zuzufügen. In einem Statement begrüßte Ravicher nun die Untersuchung des Patentamts.

Die Policies hat Microsoft Ende 2003 modifiziert. Demnach müssen Hersteller, die FAT zum Beispiel zur Formatierung von USB-Sticks oder Speichermodulen von Digitalkameras nutzen wollen, 25 Cent pro Einheit bis maximal 250.000 Dollar zahlen (Computerwoche.de berichtete).

Den Patentanträgen zufolge hat Microsoft 1993 erstmals Schutzrechte für das FAT-System beantragt. Laut Ravicher wurde es jedoch bereits Mitte der 70er-Jahre entwickelt. Wenn das US-Patentamt auch nach der Prüfung zu dem Schluss kommt, dass das Patent zu Recht vergeben wurde, bleibt es bis 2013 gültig. (lex)