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US-Mobilfunklizenzen wurden doppelt versteigert

25.06.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Amerikanische Berufungsrichter erklärten die Frequenz-Versteigerung vom Januar größtenteils für ungültig. Wird das Urteil rechtskräftig, so müssen die amerikanischen Mobilfunkbetreiber die Frequenzen wieder hergeben, für die sie insgesamt 16 Milliarden Dollar bezahlt haben. Der geplante Ausbau der Netze würde damit erstmal auf Eis gelegt.

Laut dem Berufungsgericht für den District of Columbia gehören 216 der 422 versteigerten Lizenzen dem Unternehmen Nextwave. Es hatte die Lizenzen 1996 für knapp 4,8 Milliarden Dollar ersteigert, konnte dann jedoch nur einen kleinen Teil des Gebotspreises bezahlen. Das Unternehmen eröffnete 1998 ein Konkursverfahren.

Die amerikanische Fernmeldeaufsicht FCC (Federal Communications Commission) versteigerte die Nextwave-Frequenzen erneut. Doch das Unternehmen startete dagegen eine juristische und politische Kampagne.

Die drei Berufungsrichter erklärten nun einstimmig, dass die FCC ihre Macht missbraucht und sich gegenüber den Nextwave-Gläubigern einen unfairen und illegalen Vorteil verschafft haben. "Auch Bundesbehörden müssen sich an die grundlegenden Regeln des Konkursrechts halten", begründeten die drei Richter ihren Beschluss. Die FCC ist jedoch der Meinung, dass sie als regulierende Behörde nicht ans Konkursrecht gebunden sei.

Die FCC hat noch nicht entschieden, ob sie beim Obersten Gericht Berufung einlegen will. Beteiligte wie Denny Strigl, Chef von Verizon Wireless, fordern jedoch einen Kompromiss zwischen der FCC und Nextwave: "Die beiden sollten einen Vergleich schließen, damit die Auktionsresultate nicht tangiert werden".

Verizon Wireless, an dem der britische Mobilfunkkonzern Vodafone mit 45 Prozent beteiligt ist, gab mit rund 8,8 Milliarden Dollar das höchste Gebot ab.